Die Wiederwahl von Gianni Infantino als FIFA-Präsident im Jahr 2027 gilt als so gut wie sicher. Nach Informationen des „Guardian“ haben mehr als 200 der 211 Mitgliedsverbände des Weltfußballverbands ein formelles Unterstützungsschreiben für den 56-jährigen Schweizer unterzeichnet. Nur eine Handvoll Verbände, darunter der Deutsche Fußball-Bund (DFB), haben demnach keine Unterstützung zugesagt. Die Größenordnung deckt sich mit Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
DFB verweigert Unterstützung
Der DFB hatte zuletzt bestätigt, kein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl Infantinos unterzeichnet zu haben. „Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten“, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes vom vergangenen Mittwoch. Damit stellt sich der DFB gegen die überwältigende Mehrheit der FIFA-Mitglieder, die Infantino trotz des Eklats um die aufgehobene Rotsperre für US-Stürmer Folarin Balogun die Treue halten.
Trump-Skandal schadet Infantino nicht
Die Rotsperre des US-Stürmers war nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Infantino durch die formal unabhängige Disziplinarkommission aufgehoben worden. Dies hatte scharfe Kritik am FIFA-Präsidenten ausgelöst, insbesondere aus Europa. Dennoch hat sich bislang kein Gegenkandidat für die Wahl am 18. März 2027 in Rabat, Marokko, gemeldet. Die Unterstützung aus Südamerika, Afrika und Asien ist geschlossen; damit hat Infantino die erforderliche Mehrheit bereits sicher.
Infantinos vierte Amtszeit in Sicht
Infantino war 2016 auf Joseph Blatter gefolgt und zweimal ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt worden. Beim FIFA-Kongress Ende April in Vancouver kündigte er seine erneute Kandidatur an. Laut Statuten wäre eine Amtszeit bis 2031 seine letzte als FIFA-Chef. Kandidaten können von den Mitgliedsverbänden bis zum 18. November vorgeschlagen werden.
Beschwerde beim IOC
Die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare hat diese Woche eine Beschwerde gegen Infantino beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht. Sie wirft dem FIFA-Präsidenten vor, wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen zu haben. Der Hauptvorwurf: Infantino soll Trump seine politische Unterstützung angeboten haben. Eine breite Opposition in der Fußballwelt ist jedoch nicht in Sicht.



