Ein Kommentar zur geopolitischen Katastrophe
Der neue Deal mit dem Iran sorgt international für Aufsehen. Es ist eine Bankrotterklärung des Staatschefs des mächtigsten Landes der Welt. Ein Kommentar von Madeleine Janssen, Head of Foreign Desk.
Freudentaumel in Teheran
Auch im Iran berichten Zeitungen über den Deal. Für die Revolutionsgarden ist der 14-Punkte-Plan ein Triumph. Der Erzfeind USA wurde gedemütigt. Hunderte Milliarden Dollar sollen zum „Wiederaufbau“ in den Iran fließen – ein riesiges Geschenk für das Regime. Trump erklärte vor der Rückreise, niemandem Raketen verbieten zu können, die habe schließlich jeder. Sein Ziel, Iran als Gefahr für Israel unschädlich zu machen – perdu.
Nur Verlierer außer dem Iran
Dieser Deal bringt außer dem Iran nur Verlierer hervor. Die USA verspielen ihren Ruf als Weltmacht. Geopolitisch ist es eine Vollkatastrophe, sich ausgerechnet von Teheran über den Tisch ziehen zu lassen. Sanktionen fallen, die Seeblockade endet, Vermögenswerte werden freigegeben, Ölexporte garantiert: Kein Wunder, dass selbst Republikaner toben.
Bedrohung für die Region
Ein derart gestärkter Iran bedroht die Nachbarstaaten. Katar, die Emirate und andere fürchten, dass Teheran die Milliarden in sein Raketen- und Drohnenarsenal steckt. Israel bleibt nervös, denn der Iran verabschiedet sich nicht vom Nuklearprogramm; es ist lediglich Gegenstand weiterer Verhandlungen. Das kann alles heißen. Für die Menschen im Iran ist der Plan ebenfalls ein Desaster. Das Geld dürfte ihnen kaum zugutekommen.
Bundeswehr im Fokus
Und die Bundeswehr? Sie soll nun Trumps und Hegseths Wut über die vermeintliche Untätigkeit der Europäer bei seinem Hormus-Debakel ausbaden und in einen ungewissen Einsatz fahren. In der Alten Welt wäre der US-Präsident mit dieser Bilanz ruiniert, ein Amtsenthebungsverfahren wohl schon beantragt. Noch deutet nichts darauf hin, dass es so weit kommt.



