Libanons Präsident berät mit US-Vizepräsident Vance über Waffenruhe
Libanons Präsident Joseph Aoun hat nach offiziellen Angaben mit US-Vizepräsident JD Vance über die Aufrechterhaltung der brüchigen Waffenruhe beraten. An dem Telefonat nahmen auch der US-Gesandte Jared Kushner und der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani teil, wie das libanesische Präsidialamt mitteilte. Die Feuerpause zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon und dem US-Verbündeten Israel ist zentral für einen Friedensschluss zwischen dem Iran und den USA. Am Wochenende kam es trotz der offiziellen Waffenruhe erneut zu Gefechten. Katar vermittelt in dem Konflikt.
Irans Außenminister sieht „wesentliche Fortschritte“ nach Gesprächen
Nach einem holprigen Start wollen Unterhändler aus den USA und dem Iran ihre Verhandlungen für ein dauerhaftes Kriegsende am Montag fortsetzen. Die Vermittler Katar und Pakistan würdigten „ermutigende Fortschritte“ bei den Gesprächen in der Schweiz. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi lobte die Vermittler und erklärte auf der Plattform X, es seien wesentliche Fortschritte erzielt worden. Zuvor hatten Pakistan, Katar und der Iran das Ende der ersten Runde hochrangiger Gespräche bestätigt.
Iranische Rohölexporte über die Straße von Hormus steigen an
Der Iran hat die Menge an Rohöl, die offen durch die Straße von Hormus transportiert wird, auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn erhöht. Der Schiffsverkehr in der Region nimmt wieder zu, während Teheran und Washington auf ein dauerhaftes Friedensabkommen hinarbeiten. Rund sechs Millionen Barrel iranisches Rohöl befinden sich an Bord von drei von den USA mit Sanktionen belegten Supertankern – „Elva“, „Virgo“ und „Vigor“ –, die am frühen Montag in die Meerenge einfuhren, wie Daten von Schiffsverfolgungsdiensten zeigen. Alle drei Schiffe geben an, dass sie in die Gewässer vor Singapur fahren, wo iranisches Rohöl auf Schiffe umgeladen wird, die diese Barrel häufig an Raffinerien in China liefern.
Katar meldet Explosion bei Neustart von LNG-Anlage
Bei einem Zwischenfall während der Wiederinbetriebnahme des Industriekomplexes Ras Laffan kam es in Katar zu einer Explosion, bei der Dutzende Menschen verletzt wurden. Nach Angaben des Betreibers QatarEnergy trafen eine Explosion und ein Brand am Sonntag die lokale Gasversorgungsanlage Barzan. Das Innenministerium Katars teilte auf X mit, dass 54 Menschen verletzt wurden und 18 Personen vermisst werden. Das Gaswerk Barzan versorgt die heimische Industrie und die Stromerzeugung. Ob die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) beeinträchtigt wird, ist unklar. Katar, vor dem Krieg der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt, hatte die Produktion zu Beginn des Konflikts eingestellt.
Vermittler: Iran-Gespräche gehen auf Arbeitsebene weiter
Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein „finales Abkommen“ zu erreichen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben. Zudem sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse in der Straße von Hormus zu vermeiden. Die technischen Gespräche sollen im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden.
Einigung auf Mechanismus für Schifffahrt in Straße von Hormus
Bei den vermittelten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran gibt es nach iranischen Angaben gute Fortschritte. Unter anderem wurde ein Mechanismus für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus vereinbart, wie das Außenministerium in Teheran mitteilte. Die Arbeit der Verhandlungsdelegation sei nach 18 Stunden abgeschlossen, die technischen Teams setzten ihre Arbeit jedoch fort. Die Vermittler Katar und Pakistan würden ein Dokument mit den vereinbarten Eckpunkten veröffentlichen. Damit sei der Grundstein für Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen gelegt.
Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Blockade-Erklärung ein
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nach der erneuten Blockade-Erklärung des Iran drastisch eingebrochen. Lediglich fünf Schiffe durchquerten die Meerenge am Sonntag, verglichen mit 26 am Vortag, wie aus Daten der Analysefirma Kpler hervorgeht. Das US-Militär teilte hingegen mit, dass weiterhin Handelsschiffe in dem Gebiet verkehren.
US-Regierung widerspricht iranischem Militär zu Straße von Hormus
Die US-Regierung hat die Angaben des iranischen Militärs zu einer erneuten Blockade der Straße von Hormus als falsch zurückgewiesen. In den vergangenen 24 Stunden hätten 67 Schiffe die Meerenge passiert, sagte Energieminister Chris Wright dem Sender Fox News. Dies entspreche in etwa dem Verkehrsaufkommen vor Kriegsbeginn. Wright räumte ein, dass manche Reeder immer noch Bedenken hätten. Der Iran habe Minen im zentralen Teil der Wasserstraße noch nicht geräumt. Die USA hätten jedoch eine Route im Süden geöffnet und eskortierten Schiffe.
Trump fordert Iran auf, Hisbollah aufzuhalten
US-Präsident Donald Trump verlangt von der iranischen Regierung in einem Truth-Social-Post, diese solle ihre „gut bezahlten“ Stellvertreter im Libanon davon abhalten, weiter Probleme zu bereiten, womit vor allem die Hisbollah-Miliz gemeint ist. Sollte der Iran das nicht tun, würden die USA das Land erneut angreifen, droht Trump. Dass Trump sich während der laufenden Verhandlungen in der Schweiz zu Wort meldet, dürfte als Zeichen des Drucks auf die iranische Delegation zu werten sein.
Vance: Fortschritte bei Verhandlungen
US-Vizepräsident JD Vance hat nach der ersten Verhandlungsrunde in der Schweiz einen Zwischenstand verkündet. Vance sagte: „Wir wollen den Nahen Osten transformieren. Der Iran war bisher ein Treiber der regionalen Instabilität. Jetzt sehen wir die Chance auf Frieden und Wohlstand. Die Benzinpreise in den USA sinken bereits und Öl und Gas fließen langsam wieder. Jetzt schauen wir, ob wir darauf aufbauen können. Präsident Trump hat uns gebeten, eine neue Seite aufzuschlagen, und dem iranischen Volk die Hand zu reichen. Wir haben in den vergangenen Stunden großen Fortschritt gemacht und werden weitere Fortschritte machen.“ Auf die Frage nach den israelischen Angriffen im Libanon sagte Vance, auch dort gebe es Fortschritte.
Irans Präsident signalisiert schriftlichen Verzicht auf Atombombe
Der iranische Präsident Massud Peseschkian zeigt sich bereit, den USA schriftlich zu garantieren, dass der Iran künftig kein Atomwaffenprogramm verfolgen werde. „Falls notwendig, können wir schriftlich festhalten, dass wir nicht beabsichtigen, eine Atombombe zu bauen“, sagte Peseschkian laut Nachrichtenagentur Irna. Ob eine solche Zusicherung Teil der laufenden Gespräche sein wird, ließ er offen. Peseschkian verwies darauf, dass bereits der frühere oberste Führer Ali Chamenei aus religiösen Gründen die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen abgelehnt habe.



