US-Unterhändler in Doha: Kein direktes Treffen mit Iran
Der US-Gesandte Steve Witkoff und Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sind zu Gesprächen in der katarischen Hauptstadt Doha eingetroffen. Wie das katarische Außenministerium mitteilte, treffen sie dort katarische Vermittler, aber ein hochrangiges Treffen zwischen Vertretern aus Washington und Teheran sei nicht geplant. Dies bestätigte auch der Iran: Das Außenministerium in Teheran erklärte, in den kommenden Tagen seien keine Gespräche mit den USA vorgesehen. Eine iranische Delegation reise zwar ebenfalls nach Katar, dies habe jedoch nichts mit dem Besuch der US-Vertreter zu tun.
Iran will mit Katar über eingefrorene Gelder verhandeln
Der Iran kündigte an, mit dem Vermittler Katar über die Umsetzung des Übergangsabkommens mit den USA zu beraten. Ein Hauptthema der Gespräche am Mittwoch ist die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. Laut dem katarischen Außenministerium sind sechs Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern in Katar noch nicht nach Teheran überwiesen worden. Irans Präsident Massud Peseschkian erklärte staatlichen Medien zufolge, dass nach einer Einigung mit den USA zur Aufhebung von Sanktionen im Öl- und Petrochemiesektor sechs Milliarden von insgesamt zwölf Milliarden Dollar freigegeben werden.
Israels Botschafter fordert europäische Unterstützung für Libanon
Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, forderte die Europäer auf, im Kampf gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz an der Seite der libanesischen Regierung zu stehen. „Die Europäer müssen die libanesische Regierung jetzt mit aller Kraft unterstützen, sich gegen die Hisbollah durchzusetzen und damit den Würgegriff des Iran zu beenden“, sagte Prosor der Nachrichtenagentur Reuters. „Es geht um nichts Geringeres als die historische Chance auf Frieden in der Region.“ Erstmals seien die Interessen des Libanon und Israels „offiziell vollständig deckungsgleich“. „Für beide Länder ist die Entwaffnung der Hisbollah entscheidend.“ Mit Blick auf die Miliz betonte er: „Die Terroristen stehen mit dem Rücken zur Wand, der Druck auf sie darf nicht nachlassen.“
Zwei Mitglieder der Revolutionsgarde getötet
Bei einem Angriff Unbekannter im Westen des Iran sind zwei Mitglieder der Revolutionsgarde getötet worden. Zwei weitere Mitglieder der Eliteeinheit seien bei dem Überfall in der Provinz Kermanschah am Montagabend verletzt worden, meldeten iranische Staatsmedien. Die Täter hätten das Feuer vor dem Haus der Opfer eröffnet. Die Revolutionsgarde sprach von einem terroristischen Angriff. Die Behörden hätten Ermittlungen eingeleitet, um die Verantwortlichen zu finden.
Verwirrung um mögliches Treffen in Doha
Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Straße von Hormus könnte es in Katar zu Krisengesprächen zwischen Vertretern der USA und dem Iran kommen. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social: „Der Iran hat um ein Treffen gebeten.“ Von iranischer Seite klang das jedoch anders. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut iranischer Nachrichtenagentur Isna, eine Gesprächsrunde werde stattfinden, „sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde“. Technische Sitzungen der Arbeitsgruppen seien diese Woche nicht geplant, Konsultationen über Vermittler würden aber fortgesetzt. Laut Trumps Sprecherin Karoline Leavitt fliegen Kushner und Witkoff diese Woche für Gespräche nach Doha. Sollten sie stattfinden, wird laut US-Medien nicht das iranische Atomprogramm im Mittelpunkt stehen, sondern der Streit um die Straße von Hormus.
Iran weist internationale Minenräumung in der Straße von Hormus zurück
Der Iran wies eine internationale Beteiligung an der Minenräumung in der Straße von Hormus entschieden zurück. Vizeaußenminister Gharibabadi erklärte auf X, der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagene Einsatz mit Partnerstaaten verstoße gegen das bestehende Rahmenabkommen. Dieses sehe vor, dass die Verantwortung für die Minenräumung ausschließlich bei Iran liege. Teheran werde eine gemeinsame Operation niemals zulassen. Zudem warf er Paris vor, die ohnehin angespannte Lage durch zusätzliche Provokationen zu belasten. Macron hatte nach einem Treffen mit dem Sultan von Oman mitgeteilt: „Wir haben beschlossen, gemeinsam mit unseren Partnern an der Minenräumung in der Meerenge mitzuwirken, um die Seewege zu sichern und eine freie und bedingungslose Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.“
Israelische Razzien: 15-jähriger Palästinenser getötet
Israelische Sicherheitskräfte führten Razzien in verschiedenen Teilen des besetzten Westjordanlands durch. Das Gesundheitsministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde teilte mit, in der Nähe von Ramallah sei ein 15-jähriger Palästinenser aus Jerusalem durch einen Kopfschuss getötet worden. Rettungskräfte brachten den Jugendlichen nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen in ein Krankenhaus. In der Nähe von Hebron seien zwei weitere Menschen bei einer Razzia durch Schüsse israelischer Sicherheitskräfte verletzt worden. Das israelische Militär gab zunächst keine Stellungnahme ab.
Gespräche zur Umsetzung des libanesisch-israelischen Abkommens
Der Kommandeur des US-Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, traf den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in Beirut. Dabei ging es um die Umsetzung des am Freitag in Washington vereinbarten Rahmenabkommens mit Israel. Cooper traf auch den Oberbefehlshaber der libanesischen Streitkräfte, Rodolphe Haikal. Die libanesische und die israelische Regierung hatten sich nach jahrzehntelangem Kriegszustand auf einen Weg zu Frieden und Sicherheit geeinigt. Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung jedoch ab; die vom Iran unterstützte Miliz war nicht an den Verhandlungen beteiligt und weist die vorgesehene Entwaffnung strikt zurück.



