Die USA und der Iran haben am Sonntag in der Schweiz direkte Friedensverhandlungen aufgenommen. Beide Delegationen trafen sich in einer Hotelanlage nahe des Vierwaldstättersees, um über ein endgültiges Ende des Irankriegs zu beraten. Katar und Pakistan fungieren als Vermittler und haben hochrangige Militärs und Regierungsvertreter entsandt.
Verhandlungen auf dem Bürgenstock
Die Gespräche finden auf dem Bürgenstock statt, einem bekannten Tagungsort in der Schweiz. US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf leiten die Delegationen. Nach Angaben des pakistanischen Außenministeriums nehmen auch Vertreter Pakistans und Katars teil. Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte im Staatsfernsehen IRIB, die Verhandlungen seien nur für einen Tag geplant. Zunächst stünden bilaterale Treffen mit den Vermittlern an, am Nachmittag folge die Runde mit der US-Delegation.
Straße von Hormus bleibt gesperrt
Kurz vor Beginn der Gespräche bleibt die Straße von Hormus nach iranischen Medienberichten weiter gesperrt. Die Marine der Revolutionsgarden habe bislang keine Durchfahrtsgenehmigungen erteilt, meldete die Nachrichtenagentur Fars. Die USA und der Iran hatten sich auf eine 60-tägige Waffenruhe geeinigt, doch als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon erklärten die Revolutionsgarden die Meerenge am Samstag für geschlossen. Das US-Militär teilte dagegen mit, dass weiterhin Handelsschiffe die Wasserstraße passieren. Am Samstag hätten 55 Handelsschiffe die Straße von Hormus passiert, mehr als 17 Millionen Barrel Öl seien transportiert worden.
Israelische Angriffe im Libanon trotz Waffenruhe
Trotz der seit Freitag geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah setzt Israel seine Angriffe im Libanon fort. Nach libanesischen Angaben wurden bei neuen israelischen Luftangriffen mindestens sieben Menschen getötet, darunter ein Kind, eine Frau und zwei ältere Menschen in der Bekaa-Ebene. Zwei Palästinenser kamen nahe Tyrus ums Leben. Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Israel werde sich nicht aus der „Sicherheitszone“ im Libanon zurückziehen. „Israel wird sich nicht aus der Sicherheitszone im Libanon zurückziehen“, sagte Katz. Es habe in der Vergangenheit keine Einschränkung für israelische Soldaten gegeben, im Libanon gegen Bedrohungen vorzugehen, und es gebe auch jetzt keine.
IS bekennt sich zu Anschlag in Syrien
Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu einem erneuten Anschlag in Syrien bekannt. Nach Angaben der Gruppe auf Telegram handelt es sich um einen Anschlag nahe der Stadt Manbidsch in der Provinz Aleppo. Das syrische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, zwei Soldaten seien von unbekannten Angreifern getötet worden. Erst am Montag hatte sich der IS zu einem Anschlag auf einen Ableger des Innenministeriums bekannt, bei dem ein Mensch getötet worden war.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Top-Ökonomin Monika Schnitzer dämpfte die Erwartungen an eine wirtschaftliche Erholung Deutschlands durch die Annäherung zwischen USA und Iran. Sie sei skeptisch, ob eine Vereinbarung auch wirklich halte, sagte sie im „Spiegel“. „Man kann nur froh sein, wenn die Wirtschaft nicht einen noch größeren Schaden nimmt als bisher schon.“
Bundesregierung fordert Einhaltung der Waffenruhe
Die Bundesregierung rief alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe auf. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte, man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen mit Leben erfüllt werde. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch „wirklich glaubhaft“ einstellen. „Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz“, fügte er hinzu.
Trump erwägt Mautgebühren für Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump brachte die Erhebung von Mautgebühren für die Straße von Hormus ins Gespräch. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, während der Waffenruhe würden 60 Tage lang keine Mautgebühren erhoben. „Es sei denn, sie werden von den Vereinigten Staaten von Amerika und zu deren Gunsten erhoben, falls die Vereinbarung nicht zustande kommt – und zwar für Dienstleistungen, die sie als ‚Schutzengel‘ der Länder des Nahen Ostens erbracht haben.“



