Klerus in Ghom fordert Ende der Gespräche mit Washington
Die Spannungen zwischen Iran und den USA erreichen einen neuen Höhepunkt. Nach den jüngsten US-Militärschlägen gegen Ziele in Iran mehren sich in der Islamischen Republik die Stimmen, die einen sofortigen Abbruch der Verhandlungen mit Washington fordern. Besonders beachtet wird eine Erklärung der einflussreichen theologischen Zentren der Pilgerstadt Ghom, die vom staatlichen Rundfunk Irib verbreitet wurde.
In dem Appell werden Präsident, Sicherheitsrat und das iranische Verhandlungsteam aufgefordert, die Gespräche im Falle eines erneuten Vertragsbruchs durch die USA umgehend zu beenden. Die Theologen berufen sich dabei auf die jüngsten US-Angriffe, die sie als Verstoß gegen das bestehende Rahmenabkommen werten. Dieses sah eigentlich ein Ende der Kampfhandlungen vor.
Waffenruhe gebrochen – gegenseitige Angriffe trotz Abkommen
Zuletzt war es trotz einer vereinbarten Waffenruhe erneut zu gegenseitigen Angriffen gekommen. Die USA attackierten Ziele in Iran, nachdem Teheran nach US-Angaben innerhalb weniger Tage zweimal Schiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus angegriffen haben soll. Iran hatte zuvor klargestellt, dass eine sichere Passage durch die Meerenge nur auf den von Teheran festgelegten Routen gewährleistet sei.
Die theologische Autorität der Zentren in Ghom ist enorm. Seit der Islamischen Revolution von 1979 unter Ruhollah Khomeini gelten sie als ideologisches Zentrum des Landes und haben erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungen. Ihre Forderung nach einem Verhandlungsabbruch wiegt schwer und könnte die Position der iranischen Regierung unter Druck setzen.
Revolutionswächter-Medien: Verhandlungen sinnlos
Auch Medien, die den iranischen Revolutionswächtern nahestehen, halten weitere Gespräche mit den USA für kaum noch vertretbar. Ihrer Darstellung zufolge haben die jüngsten US-Angriffe bereits gegen den ersten und zentralen Punkt des Rahmenabkommens verstoßen, da dieses ein Ende der Kampfhandlungen vorsieht. Unter diesen Bedingungen seien Verhandlungen aus ihrer Sicht sinnlos.
Die Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem eine neue Gesprächsrunde in Pakistan anstand. Während Washington Zuversicht signalisierte, knüpfte Teheran die Verhandlungen an Bedingungen. Nun droht der Dialog vollends zu scheitern. Die USA hatten zuvor Angriffe auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus zum Anlass genommen, um militärisch gegen Iran vorzugehen. Die iranischen Revolutionswächter meldeten daraufhin Gegenschläge.



