IS-Anschlagspläne: Schüler (16) aus Hamm festgenommen
IS-Anschlagspläne: Schüler (16) aus Hamm festgenommen

Die Polizei hat einen 16-jährigen Schüler aus Hamm (Nordrhein-Westfalen) festgenommen, der im Auftrag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) einen Brandanschlag auf eine Kirche verüben wollte. Dies wurde erst jetzt bekannt, obwohl die Festnahme bereits am 2. April 2026 erfolgte. Der Jugendliche soll sich seit 2023 radikalisiert haben und stand in Kontakt mit einer IS-nahen Person.

Ermittlungen wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung

„Wir ermitteln unter anderem wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gegen den Beschuldigten“, bestätigte Alexandra Wiese, Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. „Es besteht dringender Tatverdacht!“ Nach Informationen der BILD-Zeitung plante der Jugendliche einen Brandanschlag auf die unabhängige christliche Gemeinde „Apostolic International Centre“ in Hamm. Der Präsident der Gemeinde, Freddy Idehen, zeigte sich schockiert: „Das ist ja furchtbar. Wir können nur dankbar sein, dass die Behörden rechtzeitig eingeschritten sind.“

Radikalisierung und Kontakt zum IS

Der Verdächtige soll bereits im Jahr 2023 begonnen haben, sich islamistisch zu radikalisieren. Er postete IS-Propaganda in sozialen Medien und wollte ursprünglich ins IS-Gebiet reisen, um sich dem bewaffneten Dschihad anzuschließen. Ein Mittelsmann überzeugte ihn jedoch, zunächst in seiner Heimatstadt einen Anschlag zu verüben. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Jugendliche die Kirche bereits ausgekundschaftet und sogar geübt hat: Er versuchte, einen Hochsitz mit einer Silvesterrakete anzuzünden.

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Festnahme und psychiatrische Unterbringung

Ein Tipp führte die Staatsschützer auf seine Spur. Woher der Hinweis kam, wollte die Sprecherin nicht sagen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung am 2. April wurden Beweismittel sichergestellt. Der 16-Jährige befindet sich inzwischen nicht mehr in Untersuchungshaft, sondern wurde am 23. Juni auf Anordnung eines Ermittlungsrichters des Oberlandesgerichts Düsseldorf in eine Jugendforensik verlegt. Grund ist eine psychiatrische Erkrankung. Ob er für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden kann, ist noch unklar. Ein Gutachten bescheinigt ihm eine eingeschränkte Schuldfähigkeit.

Zweiter Fall von Jugendlichen unter Terrorverdacht

Es ist der zweite Fall innerhalb kurzer Zeit, bei dem ein Jugendlicher unter Terrorverdacht festgenommen wurde. Erst am 26. Juni 2026 hatte die Generalstaatsanwaltschaft München Anklage gegen einen 15-Jährigen erhoben, der einen Sprengstoffanschlag auf eine Synagoge geplant haben soll. Auch er sympathisierte mit dem IS. Die Behörden warnen vor der zunehmenden Radikalisierung junger Menschen über das Internet.

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