Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz haben sich nach Angaben eines US-Regierungsvertreters auf eine neue Waffenruhe geeinigt. Diese sollte am Freitag um 16.00 Uhr Ortszeit in Kraft treten. Der Hisbollah nahestehende Quellen bestätigten die Vereinbarung, ohne Details zu nennen. Eine offizielle Reaktion aus Israel lag zunächst nicht vor.
Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah
Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben in der Nacht und am Freitagmorgen mehr als 150 Stellungen der Hisbollah aus der Luft an. Zuvor habe die Miliz Raketen auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert. Vier israelische Soldaten wurden getötet, vier weitere bei einem Drohnenangriff verletzt. Auf libanesischer Seite starben 21 Menschen, 39 wurden verletzt.
„Wir gehen davon aus, dass nach dem Schusswechsel am heutigen Tag nun eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah in Kraft ist“, sagte der US-Regierungsvertreter. Das vor wenigen Tagen vereinbarte Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA sieht eine umfassende Beendigung der militärischen Konflikte in der Region vor, enthält aber keine Klausel über einen Abzug der israelischen Truppen.
Gespräche zwischen USA und Iran abgesagt
Die Schweizer Regierung hat die für heute geplante erste Gesprächsrunde zur Ausgestaltung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran in der Nähe von Luzern abgesagt. Gründe wurden nicht genannt. Ursprünglich waren Vertreter der USA, des Irans sowie der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan erwartet worden. US-Vizepräsident JD Vance hatte die Reise kurzfristig abgesagt, ließ aber offen, wann sie nachgeholt wird.
Iranische Position: Rote Linien
Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf verwies auf die „roten Linien“ Teherans. „Wenn der Feind sich exzessiv in seinen Forderungen zeigt, haben wir bewiesen, dass unsere Finger am Abzug sind“, erklärte er. Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, billigte die Vereinbarung trotz Bedenken.
Straße von Hormus: Iran droht erneut mit Schließung
Der Iran soll unbestätigten Berichten zufolge erneut die Straße von Hormus geschlossen haben. Die Revolutionsgarden begründeten dies mit dem fehlenden Rückzug Israels aus dem Libanon und der nicht vollständigen Aufhebung der US-Seeblockade. Gleichzeitig setzte der Iran die geplanten Gebühren für die Passage während der 60-tägigen Verhandlungsphase vorübergehend aus.
Pentagon fordert 80 Milliarden Dollar
Das US-Verteidigungsministerium will den Kongress zur Freigabe von 80 Milliarden Dollar unter anderem für die Finanzierung des Iran-Krieges auffordern. Vizeverteidigungsminister Stephen Feinberg habe Abgeordnete darüber unterrichtet. Ein Teil des Geldes soll für Munition, Soldzahlungen und den Betrieb von Schiffen verwendet werden.
Netanjahu wirft Hisbollah Bruch der Waffenruhe vor
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Armee an, hart gegen die Hisbollah vorzugehen, und schloss einen Truppenabzug aus dem Südlibanon aus. Israel werde so lange wie nötig in der „Sicherheitszone“ verbleiben.
Umfrage: Mehrheit für deutschen Einsatz an der Straße von Hormus
57 Prozent der Deutschen befürworten eine Beteiligung der Bundesrepublik an der Sicherung der Straße von Hormus, falls der Waffenstillstand hält. Das ergab das ZDF-„Politbarometer“. Die Zustimmung ist bei Anhängern von Union, SPD, Grünen und FDP am höchsten.
Rechtsextreme Minister fordern Härte
Die rechtsextremen israelischen Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir forderten nach dem Tod von vier Soldaten harte Vergeltung. Smotrich sprach davon, „das Tor der Hölle zu öffnen“, Ben-Gvir verlangte, der ganze Libanon müsse brennen.
Kritik am Iran-Deal aus den eigenen Reihen
Das vorläufige Abkommen von US-Präsident Donald Trump stößt auf scharfe Kritik in der eigenen Partei. Republikanische Senatoren bezeichnen es als den „schlimmsten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten“. Kritisiert werden die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und die Lockerung der Sanktionen. Trump wies die Kritik zurück und verwies auf Rekordhochs an der Börse und fallende Ölpreise.



