JD Vance: Der schwierige Balanceakt zwischen Trump und eigener Zukunft
JD Vance: Balanceakt zwischen Trump und eigener Zukunft

US-Vizepräsident JD Vance sucht nach der richtigen Dosis Trump. Er verteidigt einen Krieg, den er ablehnt, und nennt sich selbst einen Verschwörungstheoretiker: Mit dieser skurrilen Strategie buhlt er um die Nachfolge von Donald Trump. Vance muss sich vom Präsidenten absetzen – ohne ihn zu verärgern. Ein Bericht von Alexander Sarovic aus New York.

Ein Drahtseilakt ohne Netz

JD Vance, der US-Vizepräsident, steht vor einer der schwierigsten Aufgaben in der amerikanischen Politik: Er muss seine eigene politische Zukunft sichern, ohne dabei den amtierenden Präsidenten Donald Trump zu verprellen. Der 40-Jährige, der einst als scharfer Kritiker Trumps galt, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem treuen Verbündeten gewandelt. Doch nun, da Trump über eine erneute Kandidatur nachdenkt, muss Vance einen Weg finden, sich als eigenständiger Kandidat zu positionieren.

Die Kunst der Widersprüche

Vance verteidigt öffentlich Positionen, die er selbst früher ablehnte. So unterstützt er einen Krieg, den er einst als „sinnlos“ bezeichnete, und bezeichnet sich selbstironisch als „Verschwörungstheoretiker“. Diese Taktik soll ihm helfen, sowohl die treue Trump-Basis als auch moderate Wähler anzusprechen. „Ich bin bereit, unangenehme Wahrheiten auszusprechen“, sagte Vance bei einer Veranstaltung in Iowa. „Manchmal muss man Dinge verteidigen, die man nicht mag, um das größere Ziel zu erreichen.“

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Die Herausforderung der Nachfolge

Die Nachfolge von Donald Trump ist ein heißes Eisen in der Republikanischen Partei. Während Trump selbst noch nicht offiziell erklärt hat, ob er 2028 erneut antreten wird, bereiten sich mehrere Kandidaten vor. Vance gilt als einer der vielversprechendsten Anwärter, muss aber vermeiden, als illoyal zu gelten. Laut einer Umfrage des Pew Research Center vom Juni 2026 unterstützen 67 Prozent der republikanischen Wähler Trump weiterhin stark. Vance muss diese Basis halten, ohne als reiner Abklatsch zu wirken.

Skurrile Auftritte und doppelte Botschaften

In seinen Reden bedient sich Vance oft einer doppelten Botschaft: Für das Publikum präsentiert er sich als unabhängiger Denker, während er hinter verschlossenen Türen Trump seine Loyalität versichert. Bei einem kürzlichen Auftritt in Ohio nannte er sich selbst einen „Verschwörungstheoretiker“ und erntete dafür Lacher – aber auch kritische Nachfragen. „Es ist ein schmaler Grat zwischen Authentizität und Opportunismus“, kommentiert Politikwissenschaftlerin Dr. Sarah Miller von der Georgetown University. „Vance riskiert, von beiden Seiten als unglaubwürdig wahrgenommen zu werden.“

Ausblick: Die Zukunft der Republikaner

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Vances Strategie aufgeht. Sollte Trump nicht erneut kandidieren, könnte Vance als natürlicher Nachfolger dastehen. Sollte Trump jedoch antreten, müsste Vance sich entweder unterordnen oder einen offenen Machtkampf riskieren. In jedem Fall bleibt die Lage angespannt. „Die Republikanische Partei befindet sich in einer Identitätskrise“, so Miller weiter. „Vance ist nur ein Symptom dieser tiefgreifenden Spaltung.“

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