Der ehemalige Gesundheitsminister und jetzige CDU-Fraktionschef Jens Spahn ist Vater geworden – gemeinsam mit seinem Ehemann. Das Kind wurde von einer Leihmutter in den USA ausgetragen und hat mit Sicherheit eine beträchtliche Summe gekostet. Leihmutterschaften sind in Deutschland verboten, und auch Spahn sowie seine CDU lehnen sie ab. Doch was kümmert den Politiker schon die Gesetzeslage, wenn es um die Befriedigung eigener Bedürfnisse geht – und man das nötige Kleingeld hat, um deutsche Gesetze zu umgehen?
Doppelmoral der Politiker: Ein Fall von Selbstbedienung
Die Berliner Schnauze Kasupke ärgert sich über diese schamlose Doppelmoral. „Wenn sich die Bürger wundern, wie das geht – das Kind stammt von einer Leihmutter in Amerika und hat garantiert eine Menge Geld gekostet“, schreibt Kasupke in seiner Kolumne. „Leihmutterschaften sind in Deutschland verboten, auch Spahn und seine CDU sind dagegen. Aber was schert den Politiker schon die Gesetzeslage, wenn es um die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse geht – und man das nötige Kleingeld hat, um deutsche Gesetze zu umgehen?“
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Ungleichbehandlung von Bürgern mit und ohne finanzielle Mittel. Während normale Bürger sich an die Gesetze halten müssen, können sich Politiker wie Spahn offenbar über Verbote hinwegsetzen, sofern sie das nötige Kapital besitzen. „Bei dieser Art von schamloser Doppelmoral muss sich wirklich keiner wundern, wenn der Bürger das Vertrauen in die Politik verliert“, so Kasupke weiter.
Gesetzliche Lage und politische Haltung
In Deutschland ist die Leihmutterschaft durch das Embryonenschutzgesetz verboten. Wer eine Leihmutter vermittelt oder eine Leihmutterschaft durchführt, macht sich strafbar. Die CDU unter Führung von Friedrich Merz hat sich mehrfach gegen eine Legalisierung ausgesprochen. Spahn selbst hat als Gesundheitsminister die bestehende Rechtslage verteidigt. Dass er nun selbst auf eine Leihmutter zurückgegriffen hat, wird von Kritikern als Bruch mit den eigenen Prinzipien gewertet.
Der Fall Spahn ist nicht der erste, bei dem ein deutscher Politiker eine Leihmutter im Ausland in Anspruch genommen hat. Bereits 2019 wurde bekannt, dass der damalige Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) über eine Leihmutterschaft in den USA nachgedacht hatte. Allerdings zog er damals nach öffentlicher Kritik zurück. Spahn hingegen scheint die Kritik nicht zu scheren.
Reaktionen aus der Politik
Während die Opposition scharf kritisiert, halten sich die Koalitionspartner bedeckt. Die Grünen forderten eine Überprüfung des Embryonenschutzgesetzes, um klare Regeln für Leihmutterschaften zu schaffen. Die FDP sprach sich für eine kontrollierte Öffnung aus. Aus der CDU selbst gab es bislang keine offizielle Stellungnahme zu Spahns privater Entscheidung. Einige CDU-Politiker äußerten jedoch intern Verständnis für Spahns Wunsch nach einer Familie, betonten aber die Notwendigkeit, das geltende Recht zu respektieren.
Kasupke sieht in dem Vorgang ein Symptom für ein tiefer liegendes Problem: „Wenn diejenigen, die die Gesetze machen, sich selbst nicht daran halten, ist das Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat gefährdet.“ Er fordert Konsequenzen und eine öffentliche Debatte über die Doppelmoral der politischen Klasse.
Der Fall Spahn zeigt einmal mehr, wie weit die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der deutschen Politik auseinanderklafft. Während die CDU offiziell an einem Verbot der Leihmutterschaft festhält, nutzt ihr Fraktionschef die Lücken im System – ein Paradebeispiel für die Doppelmoral, die das Vertrauen in die Politik untergräbt.



