Ein Kleinflugzeug ist am Freitagabend in den 528 Meter hohen CITIC Tower in Peking gekracht, den höchsten Wolkenkratzer der Stadt. Augenzeugenvideos, die an die Anschläge vom 11. September erinnern, wurden von der chinesischen Zensur gesperrt und teilweise gelöscht. Die New York Times hat die Echtheit eines Videos verifiziert, das ein klaffendes Loch im Gebäude zeigt. Die Umstände des Vorfalls bleiben ungeklärt – und die Regierung tut viel dafür, dass dies so bleibt.
Striktes Flugverbot im Geschäftsviertel
Der CITIC Tower liegt im zentralen Geschäftsviertel Pekings, wo ein striktes Flugverbot herrscht. Laut dem auf Flugzeugunfälle spezialisierten Aviation Safety Network handelte es sich bei dem Flugzeug um ein in China hergestelltes Leicht-Sportflugzeug. Daten der Flugsicherung deuten darauf hin, dass nur eine Person an Bord war und den Transponder ausgeschaltet hatte. Die Staatsmedien berichteten nicht über den Vorfall, eine offizielle Mitteilung der Behörden zu möglichen Betroffenen fehlt bislang.
Evakuierung und ungeklärte Motive
Augenzeugen berichten, dass Menschen aus dem Gebäude evakuiert wurden. Ob es sich um einen geplanten Anschlag, einen Suizidversuch oder einen Unfall handelt, ist unklar. Der chinesische Staat schweigt zu all dem. Das Regierungsviertel ist nur etwa sieben Kilometer Luftlinie von dem 100-stöckigen Hochhaus entfernt, was weitere Fragen zur Sicherheit des Luftraums in Peking aufwirft.
Zensur in sozialen Medien
Aufnahmen des Vorfalls, die schnell in sozialen Medien kursierten, wurden von der chinesischen Zensur gesperrt. Trotzdem sind mehrere Fotos und Daten des Flugzeugs noch im Umlauf. Für Chinas Machtapparat ist der Vorfall heikel, da er Sicherheitslücken im Luftraum der Hauptstadt offenbart. Die Regierung hat bislang keine offizielle Stellungnahme abgegeben.



