König Charles zahlt 30 Mio. Pfund Steuern – neuer Premier könnte ihn stärker belasten
König Charles zahlt 30 Mio. Pfund Steuern

König Charles III. hat als erster britischer Monarch seine Steuerzahlungen veröffentlicht – und damit möglicherweise den Grundstein für eine politische Debatte gelegt. Der designierte Premierminister Andy Burnham plant, in der kommenden Woche eine Grundsatzrede zur Wirtschaft zu halten, in der er unter anderem über eine neue Grundsteuer sprechen könnte. Diese sogenannte Land Value Tax würde den Wert von Ländereien besteuern und könnte auch den König betreffen, dessen Einkünfte zu einem großen Teil aus Grundbesitz stammen.

Offenlegung der Steuerzahlungen

Am Donnerstag legte Charles III. seine Steuerzahlungen offen. Seit seiner Krönung im Jahr 2022 hat der Monarch insgesamt mehr als 30 Millionen Pfund (etwa 34,5 Millionen Euro) an den Fiskus gezahlt. Allein im Finanzjahr 2023/24 waren es 11,7 Millionen Pfund, im darauffolgenden Jahr 12,9 Millionen Pfund. Die Einnahmen des Königs stammen wesentlich aus seinem privaten Grundbesitz, etwa aus Verpachtung oder landwirtschaftlicher Nutzung von Ländereien.

Burnhams Pläne für eine Land Value Tax

Der designierte Premier Andy Burnham spielt mit dem Gedanken, eine Land Value Tax einzuführen, die dem deutschen Modell der Grundsteuer ähnelt. Diese Steuer würde den Wert von Grund und Boden besteuern, unabhängig von den darauf errichteten Gebäuden. Burnham sieht darin eine Möglichkeit, Steuergerechtigkeit zu schaffen und spekulative Bodenhaltung zu bekämpfen. „Grund und Boden ist eine Vermögensart, die der neue Premier seiner Majestät gerne stärker besteuern möchte“, heißt es in politischen Kreisen.

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Auswirkungen auf die Monarchie

Sollte Burnham die Land Value Tax einführen, wäre König Charles III. direkt betroffen. Der König ist einer der größten Grundbesitzer des Landes. Seine Ländereien, darunter landwirtschaftliche Flächen und Pachtgrundstücke, generieren einen erheblichen Teil seiner Einkünfte. Eine höhere Besteuerung könnte seine Steuerlast deutlich erhöhen. Allerdings ist unklar, ob der König von einer solchen Steuer ausgenommen würde oder ob sie auch für die Krone gelten soll.

Politische Implikationen

Die Offenlegung der Steuerzahlungen und die mögliche Steuerreform könnten die Beziehungen zwischen der Monarchie und der Regierung belasten. Bislang war die königliche Familie von vielen Steuerregelungen befreit oder zahlte freiwillig Steuern. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Steuerzahlung oder eine Erhöhung der Steuerlast könnte als politisches Signal gewertet werden. Burnham, der für seine linken Positionen bekannt ist, könnte mit der Land Value Tax ein Zeichen gegen Ungleichheit setzen – auch wenn dies den König trifft.

Reaktionen und Ausblick

Die Veröffentlichung der Steuerdaten durch den König wird als Schritt zu mehr Transparenz gewertet. Experten sehen darin einen Versuch, die Monarchie moderner und bürgernäher darzustellen. Ob dies ausreicht, um politische Forderungen nach höheren Steuern für die Krone abzuwehren, bleibt abzuwarten. Die Grundsatzrede von Andy Burnham in der kommenden Woche wird zeigen, ob die Land Value Tax tatsächlich auf der Agenda steht und wie konkret die Pläne sind.

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