Lanz verspottet Nato-Chef Rutte als „Infantino der Nato“
Lanz verspottet Nato-Chef Rutte als Infantino

In seiner Talkshow am Dienstagabend nahm sich Markus Lanz (57) Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) vor. Der ZDF-Moderator fragte Sicherheitsexperte Nico Lange (51) zum Nato-Gipfel in Ankara: „Sie haben gesagt, die Kernfrage wird sein: Wie freundlich sind wir zu Trump, also wie dick fällt die Schleimspur aus?“ Lange zitierte daraufhin den britischen „Economist“: „Wenn der Preis die Würde und Selbstachtung von Mark Rutte ist, dann ist das okay.“ Lanz reagierte mit einem Lachanfall.

Rutte als Vermittler zu Trump

Lange erläuterte: „Dieses Gefühl hat man ja manchmal, wenn Mark Rutte danebensitzt und Trump wieder Spanien angreift, Handelskriege androht oder sagt, Grönland müsste zu Amerika gehören.“ Er räumte ein: „Ich hätte, ironisch gesagt, mir gewünscht, dass man hier in Ankara Trump auch mal abreisen lässt.“ Doch der Nato-Gipfel sei kein ehrliches Gespräch, sondern es gehe darum, Trump bei Laune und die Amerikaner dabei zu halten. Das liege auch im europäischen Interesse.

Lange wurde dann ernst: „Wie organisieren wir in Europa unsere Verteidigung selbst, weil wir uns nicht mehr auf die Amerikaner verlassen können? Wie ersetzen wir Fähigkeiten, die bisher nur von den Amerikanern kommen, durch eigene Fähigkeiten? Putin hat teilgenommen an diesem Gipfel, indem er drei Tage hintereinander mit Hunderten von Drohnen und ballistischen Raketen Kiew hat bombardieren lassen. Es gibt in Kiew keine Abwehr mehr gegen die ballistischen Raketen. Wir selbst haben Probleme in der Abwehr von Drohnen und ballistischen Raketen.“

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Journalistin verteidigt Rutte

„Handelsblatt“-Journalistin Annett Meiritz (44) nahm Rutte in Schutz: „Es geht darum, den Draht zu den Amerikanern nicht abreißen zu lassen. Aus guten Gründen.“ Außenpolitiker Roderich Kiesewetter (62, CDU) warnte: „Es ist sehr wichtig, einzuschätzen: Was kann ich bei Trump erreichen und was nicht?“ Trump selbst hatte Rutte beim Gipfel gelobt: „Dieser Mann ist ein großartiger Mann. Man kann sich glücklich schätzen, ihn zu haben.“ Daraufhin spottete Lanz: „Rutte ist ein bisschen der Infantino der Nato.“ Meiritz widersprach: „Mark Rutte ist derjenige, der immer und immer wieder dafür sorgt, dass die Dinge am Ende nicht komplett eskalieren. Aus Sicht vieler Europäer ist Rutte der Draht zu Trump, mit dem man das Schlimmste abwenden kann.“

Die Diskussion zeigt die Spannungen zwischen europäischen Verbündeten und den USA unter Präsident Trump. Während einige Rutte als willfährigen Diener Trumps sehen, betonen andere seine Rolle als Krisenmanager. Die Frage nach der europäischen Verteidigungsautonomie bleibt drängend.

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