Chinas Premierminister Li Qiang hat beim Wirtschaftsforum „Sommer-Davos“ in Dalian die Vorstellung eines drohenden „China-Schocks“ zurückgewiesen. Stattdessen betonte er die Chancen, die das chinesische Innovations- und Produktionsökosystem für die Welt biete. „Es sollte nicht China-Schock 2.0 sein, sondern China-Chance 2.0“, sagte Li.
Innovation statt billiger Produktion
Früher habe China vor allem durch kostengünstige Produktion profitiert, heute liefere das Land „durch technologischen Fortschritt und die Modernisierung seiner Industrie zunehmend Innovationsgewinne für die Welt“, so die Nummer zwei der Kommunistischen Partei. Li wies damit indirekt Befürchtungen westlicher Industrien zurück, die in chinesischen Produkten eine Bedrohung sehen.
Subventionsvorwürfe kontert Li
Li Qiang widersprach deutlich dem Vorwurf, chinesische Unternehmen seien vor allem wegen staatlicher Subventionen wettbewerbsfähig. „So reich ist die chinesische Regierung nicht – solche Subventionen könnten wir gar nicht in diesem Umfang leisten“, erklärte er und erntete Applaus. Chinesische Innovationen seien das Resultat „harter Arbeit“.
Seine ungewöhnlich lockere Ausdrucksweise für einen offiziellen Anlass in China unterstrich die Botschaft. Li hob hervor, dass das Land auf Zusammenarbeit setze und keine Bedrohung darstelle.
Wirtschaftsforum als Plattform
Das „Sommer-Davos“-Forum in Dalian dient traditionell dem Austausch zwischen chinesischen und internationalen Wirtschaftsvertretern. Li nutzte die Gelegenheit, um für ein positives Bild der chinesischen Wirtschaft zu werben und Bedenken westlicher Länder zu zerstreuen. Die Rede fällt in eine Zeit zunehmender Handelsspannungen und Diskussionen über Abhängigkeiten von chinesischen Lieferketten.



