Merkel-Porträt bricht mit Traditionen der Kanzlergalerie
Merkel-Porträt bricht mit Traditionen

Das Porträt von Angela Merkel in der Kanzlergalerie bricht mit vielen Traditionen. Der junge Künstler Jérémy Queyras malte die Altkanzlerin als erste Person in der Galerie stehend. Das Gemälde zeigt Merkel in einem warmen Sonnenlicht, das an den Mittelmeerraum erinnert, und in einem eigens angefertigten blauen Blazer. Die Kanzlergalerie, die 1976 von Helmut Schmidt initiiert wurde, umfasst Porträts aller früheren Bundeskanzler. Bisher waren alle Dargestellten sitzend abgebildet. Merkels Entscheidung, sich von Queyras malen zu lassen, unterstreicht ihren eigenwilligen Stil.

Ein junger Künstler für ein historisches Porträt

Merkel wählte den damals noch unbekannten Deutschfranzosen Jérémy Queyras für ihr Porträt aus. Queyras hatte Merkel bereits 2022 einen handschriftlichen Brief geschrieben, in dem er vorschlug, sie zu malen. Erst nach der Veröffentlichung ihrer Autobiografie „Freiheit“ im Jahr 2025 entschied sich Merkel für ihn. Die Wahl fiel auf einen Künstler, der nicht etabliert war, was als bewusster Bruch mit der Tradition der Kanzlergalerie gesehen werden kann. Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bezeichnete dies als „besonderen Akt der Subversion“. Merkel habe sich auch der Erwartung widersetzt, eine Künstlerin zu beauftragen, obwohl bislang nur Männer die Kanzler porträtierten.

Das Porträt im Bode-Museum

Das Gemälde ist zunächst im Bode-Museum in Berlin ausgestellt, bevor es seinen endgültigen Platz im Kanzleramt erhält. Im Bode-Museum hängt es in Raum 257, umgeben von französischer Kunst des 19. Jahrhunderts. Die Kanzlergalerie im Kanzleramt wird nach der Aufnahme von Merkels Porträt keine weiteren Bilder mehr aufnehmen können. Wohin die Galerie mit dem Porträt von Olaf Scholz ziehen wird, ist noch unklar.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Merkel steht – ein Novum in der Kanzlergalerie

Im Gegensatz zu ihren Vorgängern, die alle sitzend porträtiert wurden, zeigt das Gemälde Merkel stehend. Es handelt sich um ein Kniestück en face, vergleichbar mit Hans Holbeins Porträt Heinrichs VIII. aus dem Jahr 1540. Merkel tritt ihren Betrachtern aufrecht gegenüber, ohne die typische Raute, die sie als Kanzlerin oft trug. Der goldene Rahmen des Bildes fügt sich harmonisch in die warmen Erdtöne des Hintergrunds ein und wirkt nicht aufdringlich.

Künstlerische Details und Reaktionen

Die Lichtstimmung des Porträts ist besonders: Queyras tauchte Merkel in warmes Sonnenlicht, das an den Mittelmeerraum erinnert. Die Farben des Bildes – ein dunkles Blau für den Blazer und Ockertöne für Frisur und Hintergrund – bilden einen harmonischen Kontrast. Merkels freundlicher Gesichtsausdruck konterkariert jeden triumphalen Eindruck, den die Größe des Bildes vermitteln könnte. Felix Müller, Leitender Redakteur, beschrieb das Porträt als „pure Freundlichkeit“, die der „reichlich malerfürstigen Schröder-Vignette von Jörg Immendorff die Show stehlen“ werde.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration