Merz kann sich nicht an Telefonat mit Wegner während Stromausfall erinnern
Merz erinnert nicht an Telefonat mit Wegner

Berlin – Eine widersprüchliche Aussage sorgt für Aufsehen: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) behauptet, am 4. Januar 2026 um 19:57 Uhr vier Minuten lang mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) telefoniert zu haben. Der Kanzler hingegen erklärte, ein solches Gespräch sei ihm „nicht erinnerlich“. Welche Version stimmt?

Wegner besteht auf Telefonat

Laut Wegner fand das Gespräch während des großflächigen Stromausfalls in Berlin statt, der die Stadt am Abend des 4. Januar lahmlegte. Der Regierende Bürgermeister habe Merz über die Lage informiert und über erste Maßnahmen gesprochen. „Ich habe um 19:57 Uhr mit dem Bundeskanzler telefoniert, das Gespräch dauerte vier Minuten“, sagte Wegner gegenüber Reportern. Er zeigte sich verwundert über Merz‘ Gedächtnislücke.

Kanzleramt dementiert nicht direkt

Das Bundeskanzleramt ließ auf Nachfrage mitteilen, dass Merz selbst keine Erinnerung an einen solchen Anruf habe. „Dem Bundeskanzler ist ein Telefonat mit Herrn Wegner am 4. Januar nicht erinnerlich“, hieß es knapp. Eine direkte Dementi oder Bestätigung blieb aus. Stattdessen verwies man auf die vielen Termine und Gespräche des Kanzlers an jenem Tag.

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Stromausfall als Ausnahmesituation

Der Stromausfall am 4. Januar betraf weite Teile Berlins und sorgte für Chaos im öffentlichen Nahverkehr sowie bei Krankenhäusern. Die Ursache war ein technischer Defekt in einem Umspannwerk. Wegner hatte damals den Krisenstab einberufen und stand in Kontakt mit Bundesbehörden. Ein Telefonat mit dem Kanzler wäre in dieser Situation naheliegend gewesen.

Opposition fordert Aufklärung

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus verlangt nun Klarheit. „Die Bürger haben ein Recht zu erfahren, ob der Regierende Bürgermeister die Wahrheit sagt oder nicht“, so ein Sprecher der Grünen. Auch die FDP forderte eine lückenlose Dokumentation aller Telefonate während der Krise. Der Vorfall wirft Fragen nach der Kommunikationskultur in der Regierung auf.

Merz unter Druck

Für Bundeskanzler Merz kommt die Gedächtnislücke zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Bereits in der Vergangenheit war ihm vorgeworfen worden, wichtige Details zu Krisengesprächen nicht parat zu haben. Politische Beobachter sehen darin ein mögliches Imageproblem. „Wenn der Kanzler sich nicht an ein Gespräch mit einem Ministerpräsidenten erinnern kann, wirft das Fragen auf“, sagte ein Politikwissenschaftler.

Weitere Nachforschungen

Ob es eine offizielle Untersuchung geben wird, ist unklar. Wegner kündigte an, alle verfügbaren Aufzeichnungen vorlegen zu wollen. Merz‘ Büro schloss nicht aus, die Telefonlisten des Kanzleramts zu prüfen. Bis dahin bleibt die Frage offen: Wer rief um 19:57 Uhr an – und wer erinnert sich richtig?

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