Merz vor NATO-Gipfel: Russland wird sich im Ukraine-Krieg nicht durchsetzen
Merz: Russland wird sich im Ukraine-Krieg nicht durchsetzen

Merz: Russlands Kriegsziele unerreichbar

Kurz vor dem NATO-Gipfel in Ankara hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine klare Botschaft an Moskau gerichtet: „Dem Kreml dürfte langsam klar sein, dass sich Russland in diesem Krieg nicht durchsetzen wird und seine Kriegsziele nicht erreichen wird“, sagte Merz am Dienstag vor seinem Abflug in die türkische Hauptstadt. Der Kanzler betonte die gemeinsame Überzeugung der NATO-Partner, dass es an Moskau liege, den Krieg zu beenden. Die Ukraine solle mit „zusätzlichen Mitteln“ ausgestattet werden – Merz verwies auf eine Summe von je 70 Milliarden Euro für dieses und das kommende Jahr. Diese Militärhilfe, so Diplomaten, werden die europäischen NATO-Staaten und Kanada auf dem Gipfel offiziell verkünden.

Massiver Drohnenangriff auf Moskau

In der Nacht zum Dienstag hat die ukrainische Armee nach russischen Angaben Moskau mit mehr als 400 Drohnen angegriffen. Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, seit Montagabend seien rund 430 Drohnen in Richtung der russischen Hauptstadt gestartet. „Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in großer Entfernung neutralisiert. 36 feindliche Drohnen wurden beim Anflug auf Moskau zerstört“, so Sobjanin. Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf Ziele tief in Russland in den vergangenen Monaten intensiviert – die neuen Angriffe erfolgten kurz vor dem NATO-Gipfel, bei dem es auch um weitere Unterstützung für Kiew geht.

Selenskyj bestätigt Krim-Operation

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erstmals offiziell die Durchführung der Krim-Operation der ukrainischen Streitkräfte bestätigt. In einem Interview mit der Financial Times erklärte er, die Operation umfasse Angriffe großer und mittlerer Reichweite, die darauf abzielten, die Militarisierung der von Russland besetzten Halbinsel zu verlangsamen, die militärische Logistik zu stören und die Treibstoff- und Energieinfrastruktur zu treffen. Selenskyj zufolge haben die Streitkräfte bereits ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, „den Luftraum an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt operativ zu kontrollieren“. Zudem würden systematisch Militärbasen, Flugplätze, Luftverteidigungssysteme und Nachschubwege angegriffen.

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Ukrainische Drohnen treffen russische Rüstungsbetriebe

Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge zwei Rüstungsfabriken in der russischen Region Brjansk angegriffen. Einer der getroffenen Betriebe ist Kremnij EL, ein Hersteller von Mikroelektronik und Zulieferer des russischen Militärs. Zudem sei eine Chemiefabrik getroffen worden, die Schießpulver, Sprengstoff und Treibstoff für die Raketenproduktion herstellt, teilte der ukrainische Generalstab auf Telegram mit.

Angriff auf russische Schattenflotte im Asowschen Meer

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben im Asowschen Meer acht Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte mit Drohnen ins Visier genommen. Bei dem nächtlichen Angriff seien zudem ein Frachtschiff und eine Fähre getroffen worden, teilte der ukrainische Drohnen-Kommandeur Robert Browdi auf Telegram mit.

Russland setzt verstärkt Jet-„Shahed“-Drohnen ein

Russland setzt zunehmend strahlgetriebene „Shahed“-Drohnen für Angriffe auf Ziele im ukrainischen Hinterland ein. Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Beskrestnow, erklärte, dies sei eine Reaktion auf die hohe Wirksamkeit der ukrainischen Luftverteidigung, die inzwischen 92 bis 96 Prozent der benzinbetriebenen „Shahed“-Drohnen abschießt. Russland stelle einen Teil seiner Produktion auf die Serienfertigung strahlgetriebener Versionen um und verändere zugleich seine Angriffstaktik: Anstelle großangelegter Drohnenangriffe würden zunehmend gezielte Schläge vorbereitet.

Erfolgreicher Einsatz der Abfangdrohne Griffen

Die ukrainisch-britische Abfangdrohne Griffen hat erstmals eine russische Kampfdrohne vom Typ Shahed-136 abgeschossen. Das Entwicklerunternehmen Firebolt Engineering bestätigte den ersten Kampfeinsatz einer strahlgetriebenen Abfangdrohne gegen eine Shahed-Drohne. Griffen erreicht eine Geschwindigkeit von mehr als 350 km/h, kann in Höhen von mehr als 7500 Metern operieren und hat eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern. Das System wurde als Reaktion auf neue, schnellere russische Drohnen entwickelt und soll eine kostengünstigere Alternative zu klassischen Flugabwehrraketen bieten.

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USA planen Raketenproduktion in Europa

Die USA führen einem Insider zufolge Gespräche mit Deutschland und weiteren europäischen Staaten über den Aufbau einer gemeinsamen Raketenproduktion. Konkret geht es um die Fertigung von AIM-120-AMRAAM-Raketen des Rüstungskonzerns Raytheon sowie um ein Wartungszentrum für PAC-3-Patriot-Raketen von Lockheed Martin in Europa. Eine entsprechende Absichtserklärung soll am Rande des NATO-Gipfels in Ankara unterzeichnet werden. Die Nachfrage nach diesen Systemen ist enorm hoch, da sie in der Ukraine dringend benötigt werden.

Selenskyj: Krieg wird am Himmel entschieden

Im Krieg Russlands gegen die Ukraine wird nach Ansicht von Präsident Selenskyj „die entscheidende Schlacht am Himmel“ ausgetragen. In einem Interview mit der Financial Times sagte er: „Wenn sie den Feind am Schlachtfeld stoppen, wenn sie den Krieg an Land aufhalten und wenn sie ihm die Seeherrschaft nehmen, wie wir es getan haben, dann wird der Himmel zum nächsten Schlachtfeld.“ Selenskyj betonte, dass die Entwicklung von Langstrecken-Drohnen den Verlauf des Kriegs bereits verändert habe und helfe, „Russlands Militärmaschine zu schwächen“.

Trump sieht Lösung näher rücken

US-Präsident Donald Trump sieht eine Lösung für den Ukraine-Krieg näher rücken. Er werde das Thema auf dem NATO-Gipfel in Ankara ansprechen, sagte Trump am Montag. Er habe am Wochenende ein „sehr gutes“ Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt. Trump plant zudem ein Treffen mit Selenskyj am Rande des Gipfels, um einen neuen Vorstoß zur Beendigung des Krieges zu unternehmen. Die Regierung in Moskau bestätigte den Kontakt zwischen Trump und Putin; beide Präsidenten seien übereingekommen, bald erneut miteinander zu sprechen.