DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) hat im Skandal um US-Stürmer Folarin Balogun (25) erneut scharfe Kritik an Fifa-Boss Gianni Infantino (56) geübt. „Wir haben die Reaktion der Fifa zur Kenntnis genommen“, sagte Neuendorf, der selbst im Fifa-Rat sitzt. „Ich bin mir mit der Uefa einig, dass dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf, zunächst aber unter den europäischen Fußballverbänden weiter besprochen werden muss.“
Uefa-Präsident Ceferin schweigt
Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (58) äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Aus dem Uefa-Umfeld erfuhr BILD jedoch, dass eine Anzeige bei der Fifa-Ethikkommission als wenig erfolgversprechend gilt. Diese könnte Infantino wegen seiner Einmischung in den Wettbewerb suspendieren, doch diverse Verfahren wurden bereits eingestellt. Zudem bestehe die Gefahr, dass ein weiterer Freispruch Infantino nur in die Karten spielen würde.
Internationale Presse verurteilt Infantino
Die internationale Presse geht hart mit dem Fifa-Boss ins Gericht. Die niederländische Zeitung „de Volkskrant“ schreibt: „Dass die Disziplinarkommission dem Druck von Infantino nachgegeben hat, zeigt einmal mehr, dass die Fifa eine korrupte Organisation ist.“ Die italienische „La Repubblica“ kommentiert: „Infantino hat die Kontrolle über die Situation verloren – vielleicht unvermeidlich. Er musste häufiger im Weißen Haus vorsprechen als mancher Staatschef.“
Hintergrund des Balogun-Skandals
Der Fall Balogun hatte zuvor für Aufsehen gesorgt, nachdem Infantino sich persönlich in die Entscheidungen der Disziplinarkommission eingemischt haben soll. Neuendorf, der auch im Fifa-Rat sitzt, hatte bereits zuvor Kritik an der Vorgehensweise des Fußball-Weltverbandes geübt. Nun fordert er eine vertiefte Diskussion innerhalb der europäischen Verbände, um Konsequenzen zu ziehen.



