Das US-Militär hat die neunte Angriffswelle gegen Ziele im Iran abgeschlossen. Das US-Regionalkommando Centcom teilte am frühen Morgen deutscher Zeit mit, man habe militärische Kommandozentralen, Anlagen zur Flugabwehr und Küstenüberwachung, Raketenabschussvorrichtungen, Drohnenstarts sowie Kommunikationsnetzwerke ins Visier genommen. Ziel sei es gewesen, Irans Fähigkeit weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus anzugreifen.
Verbündete aktivieren Luftabwehr
Bahrain, Jordanien und Kuwait aktivierten ihre Luftabwehr gegen iranische Drohnen und Raketen. Die US-Botschaft in Bahrain warnte vor möglichen Angriffen auf Ziele im Zentrum Manamas. Israel warnte erstmals seit Wochen vor übergreifenden Raketen aus Jordanien.
US-Präsident Donald Trump begründete die Angriffe mit dem Tod mehrerer US-Soldaten. „Wir haben sie heute Nacht wieder sehr hart getroffen“, sagte Trump. Der Iran habe „fast alles verloren“. Teheran pocht indes auf das Rahmenabkommen vom Juni, das dem Iran die alleinige Verantwortung für die Straße von Hormus zuschreibt.
Explosionen und Schiffsbrand
Irans Revolutionsgarden meldeten die Sprengung zweier Öltanker auf der Südroute der Straße von Hormus. Diese seien manövrierunfähig. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Vorfall nicht unabhängig überprüfen. Die britische Seehandelsaufsicht UKMTO meldete einen Brand eines Schiffes nahe der omanischen Küste; die Ursache war unklar.
Örtliche Medien berichteten von Explosionen in Tabris, Tschahbahar, Konarak, Mahschahr und Bandar Imam Chomeini. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ging zurück: Am Sonntag passierten vier Schiffe die Meerenge, am Samstag acht. Seit Donnerstag wurden keine LNG-Tanker mehr registriert. S&P Global zufolge lagern 1,9 Millionen Tonnen LNG in der Region auf wartenden Schiffen.
Kuwait unter Beschuss – US-Todesfälle steigen
Kuwait wehrte erneut „feindliche Drohnen“ aus dem Iran ab. In Bahrain heulten die Sirenen. Ein US-Soldat starb im Irak bei der kontrollierten Sprengung einer abgestürzten iranischen Drohne. Damit steigt die Zahl der getöteten US-Soldaten im Iran-Krieg auf 17; mehr als 430 wurden verletzt. Demokratische Kongressmitglieder kritisierten Trumps Kriegsführung scharf.
Der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi reist in der kommenden Woche nach Teheran. Die USA verlegen weitere Kampfjets vom Typ F-16 und F-35 sowie Tankflugzeuge in den Nahen Osten. Jordanien fing drei iranische Raketen ab. Die VAE warnten den Iran vor Angriffen auf zivile Infrastruktur.
Iranische Sicherheitslücken eingeräumt
Irans Außenminister Abbas Araghtschi räumte in einem Interview Sicherheitslücken vor dem Krieg ein. Er sagte, dass mehrere Entscheidungsgremien gleichzeitig tagten, als die Luftangriffe auf Teheran erfolgten. „Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die bestand und wahrscheinlich noch immer besteht.“
Der Iran meldete einen Angriff auf ein im Bau befindliches Atomkraftwerk. Die IAEA erklärte, es habe sich dort kein nukleares Material befunden. Israel verhängte eine Sperrzone um den Gazastreifen, um einen geplanten Marsch für neue Siedlungen zu verhindern.



