Pistorius: Bundeswehr-Brigade in Litauen im Zeitplan, Rekrutierung wird schwierig
Pistorius: Brigade in Litauen im Zeitplan, Rekrutierung schwierig

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht den Aufbau der geplanten Bundeswehr-Brigade in Litauen im Zeitplan. Bei einem Besuch in Vilnius nach einem Treffen mit seinem litauischen Amtskollegen Robertas Kaunas in Pabrade sagte er: „Alles scheint planmäßig zu verlaufen.“ Zugleich räumte Pistorius bei der ersten Übung der Panzerbrigade 45 ein, dass voraussichtlich nicht alle 4.800 Soldaten freiwillig rekrutiert werden können. Im Zweifel könnte eine Verpflichtung ausgesprochen werden müssen. Die Einsatzbereitschaft habe „höchste Priorität“, betonte der Minister mehrfach.

Hintergrund der Stationierung

Die Stationierung der Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt. Sie gilt als zentrales Element zur Stärkung der Nato-Ostflanke und soll zur Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets beitragen. Die Truppe soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von rund 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern als Kampfverband voll einsatzfähig sein. Bislang sind rund 1.800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert.

Rekrutierungsprobleme und mögliche Verpflichtung

Pistorius betonte, dass die Bundeswehr weiterhin auf Freiwilligkeit setze. „Wir setzen weiterhin auf Freiwilligkeit und bemühen uns, den Familienangehörigen bestmögliche Bedingungen zu bieten“, sagte der Minister. Er räumte jedoch ein, dass es Engpässe gebe – wie in Deutschland gelegentlich etwa bei Fachkräften im IT- und Logistikbereich, aber auch in anderen Bereichen. Sollten nicht genügend Freiwillige gefunden werden, könnte eine Verpflichtung ausgesprochen werden. Der litauische Verteidigungsminister Kaunas versicherte, dass Litauen alles dafür tun werde, um die notwendige militärische und zivile Infrastruktur für deutsche Soldaten zu schaffen.

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Klarheit von der Heeresführung

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, stellte klar, dass eine Armee nicht nur durch freiwilligen Dienst funktioniere und Soldaten daran gewöhnt seien. „Wir werden sicherstellen, dass sie ihre Mission zur richtigen Zeit am richtigen Ort erhalten. Und wir werden Ende 2027 einsatzbereit sein. Punkt.“, sagte Freuding. Darauf könne sich Litauen verlassen. Die Bundeswehr steht damit vor der Herausforderung, die notwendigen Truppen für die Brigade zu gewinnen, während die Sicherheitslage an der Nato-Ostflanke angespannt bleibt.

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