Putins gefährliche Schwäche: Eskalation ohne Ausweg
Putins gefährliche Schwäche: Eskalation ohne Ausweg

Kommentar: Putins gefährliche Schwäche. EU-Politiker fürchten, dass Russlands Präsident unter dem wachsenden politischen Druck den Krieg eskaliert. Doch keine der drei denkbaren Optionen erscheint sonderlich attraktiv für ihn.

Putin ohne Plan

Russlands Präsident Wladimir Putin wirkt jeden Tag mehr wie ein Mann ohne Plan. Sein Angriffskrieg gegen die Ukraine kommt nicht voran. Sein erklärtes Ziel, den Donbass einzunehmen, scheint unerreichbar. Der Krieg dauert inzwischen länger als der Erste Weltkrieg oder der Kampf der Sowjetunion gegen Nazideutschland.

Dennoch schickt Putin Tag für Tag neue Rekruten an die Front. Geschätzte 1,4 Millionen Soldaten hat Russland bereits verloren. Die Folgen des Krieges führen dazu, dass die Wirtschaft vor sich hin siecht. Daran ändert auch die am Freitag auf Druck von Putin erfolgte Zinssenkung der russischen Zentralbank nichts.

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Die Ukraine scheint dank der Hilfe der Europäer den längeren Atem zu haben – und versetzt Russland mit ihren Drohnenangriffen Wirkungstreffer im Wochentakt. Immer dringlicher stellt sich daher die Frage, wie lange der Kremlherrscher den Wahnsinn noch durchziehen will.

Sorge vor Eskalation wächst

Zugleich wächst in den europäischen Hauptstädten die Sorge vor einer Eskalation. Je mehr Putin in die Enge getrieben wird, desto gefährlicher wird er, lautet eine oft gehörte Befürchtung.

Wird der russische Präsident versuchen, eine Kapitulation der Ukraine zu erzwingen, indem er taktische Atomwaffen einsetzt? Ordnet er vielleicht eine Generalmobilisierung an, um Russlands Übermacht auszuspielen? Oder wird er den Krieg auf die EU ausweiten, um dort eine Debatte über den Stopp der Ukrainehilfen auszulösen?

Keine attraktive Option für Putin

Keines dieser Szenarien erscheint sonderlich attraktiv für Putin. Ein Atomwaffeneinsatz würde die Supermächte USA und China auf den Plan rufen. Davor dürfte er zurückschrecken. Eine Mobilisierung würde die eigene Bevölkerung noch stärker gegen ihn aufbringen. Auch das läuft seinem politischen Überlebensinstinkt zuwider.

Am wenigsten riskant unter den drei Optionen erscheinen zusätzliche hybride Angriffe auf Europa. Die Europäer sind schreckhaft und lassen sich leicht spalten. Allerdings praktiziert Russland solche Angriffe bereits seit Jahren, und sie scheinen die Europäer in ihrer Entschlossenheit eher noch zu bestärken.

Es ist daher nicht zu erkennen, wie Putin diesen Krieg zu seinen Gunsten wenden kann. Er sollte ihn einfach beenden.

Mehr: EU-Politiker warnen vor intensiveren russischen Angriffen auf Europa.

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