Verein queerer Polizeibediensteter meldet massive Anfeindungen nach Hissen der Regenbogenflagge
Der Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol Berlin-Brandenburg) hat nach dem Hissen der Regenbogenflagge vor dem Berliner Polizeipräsidium starke Anfeindungen im Internet beklagt. Mit Entsetzen habe man als Netzwerk von queeren Angehörigen in der Polizei, der Justiz und dem Zoll feststellen müssen, dass die Polizei Berlin seitdem in den sozialen Netzwerken intensiven Diffamierungen, Hass und Hetze ausgesetzt sei, teilte der Verein mit.
Landesvorsitzender Klingberg: Flagge steht für Vielfalt, nicht für Neutralitätsverstoß
Der Landesvorsitzende Marco Klingberg betonte, die Regenbogenfahne vor einer Polizeidienststelle bedeute nicht, dass die Polizei gegen das Neutralitätsgebot verstoße, einer Ideologie anhänge oder die Nationalfahne verdrängen wolle. „Es bedeutet, dass die Polizei Berlin sich für eine vielfältige Gesellschaft, gegen Diskriminierung, gegen Ausgrenzung und gegen Queerfeindlichkeit einsetzt.“
Seit 2008 werde die Flagge – das Symbol der Szene von Homosexuellen und Transmenschen – anlässlich des Christopher Street Days (CSD) vor dem Polizeipräsidium gehisst. Auch aus der Polizei selber habe es dazu damals viel Kritik gegeben, räumte Klingberg ein. Das habe sich aber gebessert.
Polizei veröffentlicht Fotos auf Facebook – gemischte Reaktionen
Die Polizei hatte das Hissen der Flagge am Donnerstag mit mehreren Fotos bei Facebook bekannt gemacht. Viele Kommentare begrüßten die symbolische Aktion, aber es gab auch zahlreiche kritische und aggressive Kommentare und Beschimpfungen. Die VelsPol Berlin-Brandenburg verurteilt die Anfeindungen und ruft zu Respekt und Toleranz auf.



