Rubio: Huthis sind Iranern „auf den Leim gegangen“ – Eskalation im Roten Meer
Rubio: Huthis sind Iranern „auf den Leim gegangen“

US-Außenminister Marco Rubio hat der jemenitischen Huthi-Miliz vorgeworfen, sich von Teheran zu den jüngsten Angriffen auf saudische Öltanker im Roten Meer verleiten zu lassen. „Ich glaube, dass die Huthis offen gesagt den Iranern in dieser Sache auf den Leim gegangen sind“, sagte Rubio am Rande des ASEAN-Außenministertreffens in Manila. Bisher habe sich die Miliz im Iran-Krieg „weitestgehend klug“ verhalten und sich aus dem Konflikt herausgehalten. „Nun sind sie offenbar dazu verleitet worden, sich einzumischen und Saudi-Arabien und seine Schiffe ins Visier zu nehmen“, fügte er hinzu. Er hoffe auf eine Deeskalation.

Huthi-Angriffe auf saudische Öltanker

Die Huthi-Miliz hatte nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker, die „Encelia“ und die „Layla“, mit Raketen und Drohnen attackiert. Saudi-Arabien bestätigte, dass die „Encelia“ getroffen wurde und ein Feuer am Bug ausbrach. Die Besatzung sei nicht in Gefahr. Auch die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) berichtete von einem Treffer durch ein „unbekanntes Geschoss“ rund 70 Seemeilen vor dem saudischen Hafen Al Schukaik. Der Oman, der als Vermittler auftritt, zeigte sich „groß besorgt“ und arbeitet an einer Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den Huthis und Saudi-Arabien unter Beteiligung der Vereinten Nationen.

USA setzen Angriffswelle auf Iran fort

Die US-Armee hat nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle auf den Iran gestartet – die zwölfte Nacht in Folge. Ziel sei militärische Infrastruktur, um die Fähigkeit des Iran zu schwächen, „zivile Seeleute und Handelsschiffe in den Gewässern der Region zu bedrohen“, erklärte das Regionalkommando Centcom. Der Iran drohte unterdessen mit massiver Vergeltung. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X: „Unsere Verteidigungsrichtlinie ist klar: Auge um Auge. Jeder Angriff auf den Iran, einschließlich seiner Infrastruktur, wird eine kraftvolle und entschlossene Reaktion nach sich ziehen.“ Die iranische Armee warnte, die US-Drohungen würden „keine andere Folge haben als die Ausweitung des Krieges“.

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US-Repräsentantenhaus billigt Rekord-Verteidigungsetat

Inmitten des Iran-Krieges hat das US-Repräsentantenhaus den National Defense Authorization Act (NDAA) für 2027 gebilligt, der Rekord-Haushaltsmittel von 1,15 Billionen Dollar für das Pentagon vorsieht – rund 250 Milliarden Dollar mehr als 2026. Das Gesetz passierte die Kammer knapp mit 216 zu 212 Stimmen. Es ermöglicht unter anderem eine Sold-Erhöhung von fünf bis sieben Prozent und die Entwicklung eines Raketenabwehrschirms nach dem Vorbild des israelischen „Iron Dome“ auf Drängen von Präsident Donald Trump. Der Senat muss noch zustimmen.

Ölpreise steigen auf Höchststand seit Juni

Die Eskalation im US-iranischen Krieg treibt die Ölpreise in die Höhe. Der Preis für die Referenzsorte Brent aus der Nordsee stieg erstmals seit Anfang Juni über 96 US-Dollar je Barrel. Am Donnerstag notierte er bei 95,78 Dollar, fast zwei Prozent mehr als am Vortag. Die Huthi-Angriffe auf saudische Tanker im Roten Meer verschärfen die Sorgen vor Versorgungsunterbrechungen. Katar, das etwa 20 Prozent der weltweiten LNG-Exporte liefert, verlängerte die Berufung auf Höhere Gewalt bei LNG-Lieferungen bis Mitte Oktober, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete.

Iran greift US-Stellungen in Jordanien und Kuwait an

Der Iran hat nach eigenen Angaben erneut US-Stellungen in Jordanien und Kuwait angegriffen. In Jordanien seien US-Raketensysteme sowie Waffen- und Treibstofflager getroffen worden. In Kuwait wurden die Stützpunkte Al-Adiri, Doha und Arifdschan sowie die Luftwaffenbasis Ali al-Salem ins Visier genommen. Jordanien meldete, die Luftwaffe habe innerhalb von 24 Stunden erneut iranische Raketen und Drohnen abgefangen. Drei Raketen seien abgeschossen worden, eine vierte sei in einem abgelegenen Gebiet niedergegangen.

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Kreml dämpft Hoffnung auf Ukraine-Lösung

Nach einem Treffen der Außenminister Sergej Lawrow und Marco Rubio in Manila schätzt der Kreml die Aussichten auf ein schnelles Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs als wenig optimistisch ein. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow betonte, Russland werde den Dialog fortsetzen, und hoffe auf einen Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. Washingtons Friedensbemühungen für die Ukraine sind angesichts des US-Krieges im Iran weitgehend ins Stocken geraten.