US-Außenminister Marco Rubio hat russische Behauptungen zurückgewiesen, wonach sich die USA und Russland beim Gipfeltreffen im August 2025 in Anchorage, Alaska, auf eine Beendigung des Ukraine-Krieges geeinigt hätten. „Es gab in Alaska keine Einigung, es gab in Alaska einen Vorschlag“, sagte Rubio auf einer Pressekonferenz. Andernfalls wäre der Krieg bereits beendet.
Hintergrund des Gipfeltreffens
Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Anchorage, der größten Stadt Alaskas, hatte im August 2025 international für Aufsehen gesorgt. Kritiker warfen den USA vor, mit dem Treffen den russischen Aggressor diplomatisch aufzuwerten. Die Ukraine war an den Gesprächen nicht beteiligt. Offizielle Ergebnisse wurden nicht bekannt gegeben, und der Krieg ging weiter.
Russische Vertreter behaupteten in der Folge wiederholt, man wolle den Konflikt durch eine Vereinbarung „im Geist von Anchorage“ beenden. Die Botschaft: Hinter verschlossenen Türen habe es eine Einigung gegeben, die nur noch umgesetzt werden müsse. Russland sei bereit, die Verhandlungspartner im Westen jedoch nicht.
Rubios Klarstellung
Rubio, der selbst an dem Treffen in Anchorage teilnahm, stellte nun klar: „Es gab in Alaska keine Einigung, es gab in Alaska einen Vorschlag.“ Er bestätigte, dass der russische Vorschlag unter anderem die Kontrolle über den Donbas betraf, jenes rohstoffreiche Industriegebiet im Osten der Ukraine. Russland kämpft dort trotz massiver Verluste und einer bereits 2014 begonnenen Besetzung weiter um die vollständige Kontrolle.
Ob Russland in der Donbas-Frage noch Erfolg haben wird, ist fraglich. Die militärische Position Russlands hat sich verschlechtert. Am Mittwoch äußerte der russische Außenminister Sergej Lawrow, Moskau wolle verstehen, was in Bezug auf die Ukraine beim G7-Gipfel vergangene Woche geschehen sei. Höre man dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu, sei Anchorage „begraben“. Vom G7-Gipfel ging das Signal aus, den Druck auf Russland erhöhen zu wollen.
Trumps wechselnde Haltung
Trump, der 2025 vorwiegend durch eine russlandnahe Politik aufgefallen war, lobte jüngst den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die vielen ukrainischen Luftschläge auf russische Öl-Infrastruktur und Waffenfabriken tief im russischen Hinterland haben den US-Präsidenten offenbar beeindruckt.
Russland geriet vor diesem Hintergrund stark unter Druck. Der Krieg ist nun auch bei den Bürgern angekommen, die – insbesondere auf der zunehmend isolierten Krim – den Treibstoffmangel spüren. An der Front ist der russische Vormarsch ins Stocken geraten.
Ausblick
Ob die veränderte Lage die russischen Verhandler von Forderungen abbringen kann, bleibt offen. Bislang ist im Kreml keine Verhandlungsbereitschaft erkennbar. Womöglich will man bis zum Winter durchhalten, um die ukrainische Zivilbevölkerung erneut mit Luftschlägen gegen die Wärmeversorgung zu terrorisieren.



