Ungarns neuer Ministerpräsident Peter Magyar plant, die ehemalige Schach-Weltmeisterin Judit Polgar für das Amt der Staatspräsidentin zu nominieren. Das gab Magyar auf Facebook bekannt. Er werde sich an diesem Montag mit der 49-Jährigen treffen und hoffe, dass sie ihm „die große Ehre“ erweise, die Nominierung anzunehmen.
Hintergrund: Vakanz nach Absetzung von Orban-Vertrautem
Das Amt des Staatsoberhaupts ist vakant, nachdem das ungarische Parlament den bisherigen Präsidenten Tamas Suylok abgesetzt hatte. Suylok galt als politischer Verbündeter des im April abgewählten rechtspopulistischen Ex-Premiers Viktor Orban. In Ungarn wird der Staatspräsident vom Parlament gewählt. Magyars Partei Tisza verfügt dort über eine Zweidrittel-Mehrheit, sodass eine Nominierung Polgars als sicher gilt.
Judit Polgar: Erfolgreichste Schachspielerin der Geschichte
Polgar ist mehrfache Olympiasiegerin im Schach. Magyar würdigte sie als „erfolgreichste Schachspielerin der Geschichte“, die 26 Jahre lang ununterbrochen die Weltrangliste der Frauen anführte und gleichzeitig zu den zehn besten Spielern der Gesamtwertung gehörte. Ihre aktive Karriere beendete Polgar vor mehr als einem Jahrzehnt, doch sie engagiert sich weiterhin in der Schachförderung. Mit ihrer Stiftung setzt sie sich für Bildung und Chancengleichheit ein. Bislang hat sie keine politischen Ämter bekleidet.
Die Nominierung Polgars wäre ein politischer Coup Magyars, der nach seinem Amtsantritt ein Zeichen des Neuanfangs setzen will. Ob Polgar die Nominierung annimmt, ist noch offen. Magyar betonte, er hoffe auf ihre Zustimmung.



