Schiffsverkehr durch Straße von Hormus erreicht Höchststand seit Kriegsbeginn
Schiffsverkehr Hormus: Höchststand seit Kriegsbeginn

Der Frachtverkehr durch die Straße von Hormus hat nach Angaben des auf die Analyse von Schifffahrtsdaten spezialisierten Unternehmens Kpler den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs erreicht. Am Montag passierten demnach mindestens 36 Frachtschiffe die Meerenge. Dies entspricht knapp einem Drittel der vor dem Krieg üblichen rund 120 täglichen Fahrten durch die Seestraße, über die normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasexporte abgewickelt wird.

Iran kündigt dauerhafte Verwaltung der Straße von Hormus an

Nach den Gesprächen mit US-Vertretern in der Schweiz hat der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf laut Berichten von Staatsmedien erklärt, dass sein Land künftig die Straße von Hormus verwalten werde. „Die Straße von Hormus wird niemals in den Zustand vor dem Krieg zurückkehren, sondern im Einklang mit dem Völkerrecht von der Islamischen Republik Iran verwaltet werden“, sagte Ghalibaf am Dienstag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna. Ghalibaf äußerte sich den Angaben zufolge nach seiner Rückkehr aus der Schweiz, wo im Luxusresort Bürgenstock Verhandlungen mit Vertretern Washingtons stattfanden. Die US-Delegation wurde dabei von Vizepräsident JD Vance angeführt, die iranische Delegation von Ghalibaf.

USA und Iran vereinbaren Arbeitsgruppen zu Atomprogramm und Sanktionen

Bei ihren Gesprächen in der Schweiz haben sich die USA und der Iran nach Angaben Teherans auf die Einrichtung von vier Arbeitsgruppen verständigt. Zwei davon sollen sich mit dem iranischen Atomprogramm und der Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran befassen, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Dienstag unter Berufung auf Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi. Zwei weitere Arbeitsgruppen sollen sich demnach dem Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Entwicklung im Iran sowie der „Überwachung und Umsetzung“ widmen.

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Iran: Werden IAEA-Inspektoren nicht in beschädigte Atomanlagen lassen

Der Iran hat nach Angaben der Regierung in Teheran nicht vor, Inspektoren der internationalen Atomenergiebehörde IAEA in die während des Krieges beschädigten Atomanlagen zu lassen. Es gebe keine solchen Pläne, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Es gebe auch kein Protokoll für derartige Inspektionen. Es habe kein Treffen mit IAEA-Chef Rafael Grossi in der Schweiz gegeben, fügt er hinzu. Der Iran werde jedoch seine Verpflichtungen als Mitglied des Atomwaffensperrvertrags und im Rahmen seines Sicherheitsabkommens mit der IAEA weiterhin erfüllen.

Iran meldet mehr als 3500 Kriegstote

Im Iran sind im Zuge der Angriffe der USA und Israels nach Angaben der Justiz 3519 Menschen getötet worden. Dabei handele es sich um neueste Zahlen der Gerichtsmedizin, sagte Justizsprecher Asghar Dschahangir der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna am Montag. Einen konkreten Zeitrahmen nannte Dschahangir nicht. Mitte April hatte die iranische Gerichtsmedizin bereits als endgültig bezeichnete, etwas niedrigere Zahlen (3.375) veröffentlicht. Damals hieß es, unter den Toten seien 496 Frauen sowie 383 Kinder und Minderjährige. Den neuen Angaben nach wurden 517 Frauen getötet, Zahlen zu Kindern und Minderjährigen wurden nicht mitgeteilt. Die tatsächliche Zahl der Toten könnte deutlich höher liegen. Die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen berichtete im April, dass mindestens 7650 Menschen ums Leben gekommen seien, darunter 1030 Zivilisten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Opferzahlen nicht.

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Teheran: Freigabe von 12 Milliarden Dollar iranischer Guthaben unterschrieben

Der Iran erklärt, bei den jüngsten Gesprächen in der Schweiz seien die Unterschriften gesetzt worden unter die Vereinbarung, zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Guthaben freizugeben. Zudem hätten beide Seiten sich geeinigt, einen Kommunikationsweg für Schiffsdurchfahrten in der Straße von Hormus zu etablieren, um einen Konflikt zu vermeiden. Der Iran behält sich die alleinige Entscheidung darüber vor, was bei einer Freigabe mit seinen eingefrorenen Vermögenswerten geschehen soll. Teheran entscheide allein darüber, was es mit diesen Geldern tun werde, sagte Irans Botschafter beim UN-Menschenrechtsrat, Ali Bahreini, am Dienstag Journalisten in Genf. Er widersprach damit Äußerungen von US-Vizepräsident JD Vance, wonach die USA „sicherstellen, dass (...) das iranische Geld der iranischen Bevölkerung zugutekommt und nicht zur Finanzierung des Terrorismus verwendet wird“.

USA erlauben Verkauf von iranischem Öl

Das US-Finanzministerium erteilt eine vorübergehende Generallizenz für iranische Ölprodukte. Diese beinhalte die Produktion, die Lieferung und den Verkauf von Rohöl sowie petrochemischen Produkten und Erdölprodukten iranischen Ursprungs bis zum 21. August, teilt das Ministerium mit. Die Genehmigung umfasse auch den Import dieser Produkte in die USA. Grundlage ist eine in der vergangenen Woche von den beiden Regierungen unterzeichnete Absichtserklärung. Transaktionen mit Nordkorea oder Kuba sind von der Lizenz ausgeschlossen.

Vance: Iran will Atominspektionen zulassen

In den Verhandlungen mit den USA hat der Iran nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance zugestimmt, wieder Atominspektionen zuzulassen. Die Regierung in Teheran habe zudem eingewilligt, Mechanismen für die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte und die Einhaltung von Waffenruhen zu schaffen, erklärt Vance nach den Beratungen in der Schweiz. Er nennt zudem einen Mechanismus, um die für die Schifffahrt wichtige Straße von Hormus offen zu halten. Die technischen Gespräche sollen in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt werden. Die Verhandlungen über die Atominspektionen könnten bereits in dieser Woche beginnen, sagt Vance.

Tracking-Plattformen: Schiffe durchqueren trotz Irans Drohungen weiter Straße von Hormus

Trotz Drohungen des Iran, die Straße von Hormus erneut zu schließen, sind am Montag weiterhin ähnlich viele Schiffe wie am Wochenende durch die Meerenge gefahren. Der Schiffsverfolgungsdienst Kpler zählte bis Montag, 13 Uhr (MESZ), bereits die Durchfahrt von 15 Schiffen – ein vergleichbarer Wert wie am Samstag und Sonntag, als über den ganzen Tag gerechnet fast 30 Schiffe die Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman passiert hatten. Nach Daten der Plattform MarineTraffic durchquerten zudem fünf weitere Schiffe die Straße von Hormus. Die Zahl der Durchfahrten lag dennoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Nach Angaben des Fachmagazins „Lloyd’s List“ hatten vor dem Kriegsausbruch im Schnitt 120 Schiffe pro Tag die Straße von Hormus durchquert. „Trotz der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran blieb die Straße von Hormus am Wochenende befahrbar“, schrieb Nikos Pothitakis, Sprecher bei Kpler, am Montag im Onlinedienst X. Viele Schiffe seien jedoch auf die von Teheran genehmigte Route ausgewichen oder hätten bei der Durchfahrt ihre Transponder zur Übertragung ihrer Positionsdaten ausgeschaltet.