Israelische Armee blockiert Siedler-Marsch mit Sperrzone um Gazastreifen
Sperrzone: Armee stoppt Siedler-Marsch nach Gaza

Die israelische Armee hat ein Gebiet rund um den Gazastreifen zur militärischen Sperrzone erklärt, um einen geplanten Marsch von rechtsextremen und rechten Ministern, Abgeordneten und ihren Anhängern in das palästinensische Gebiet zu verhindern. Ziel der rechten Gruppen ist der Aufbau neuer israelischer Siedlungen im Gazastreifen.

Minister und Abgeordnete beteiligt

Nach Informationen der „Times of Israel“ wollten an dem Marsch acht Minister und Ministerinnen teilnehmen, darunter der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir und Finanzminister Bezalel Smotrich. Smotrich hatte bereits im März erklärt, die Vorbereitungen für drei israelische Siedlungen im Gazastreifen seien abgeschlossen. Er hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz vergeblich aufgefordert, die Pläne umzusetzen. Israels Politik befindet sich derzeit im Wahlkampf vor der für Ende Oktober geplanten Parlamentswahl.

Gegensatz zu Trumps Friedensplan

Smotrichs Siedlungsplan stünde im fundamentalen Gegensatz zum Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. Dieser sieht einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor. Nach unterschiedlichen israelischen Angaben besetzt die Armee 65 bis 70 Prozent des kleinen Palästinensergebietes mit rund zwei Millionen Einwohnern.

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Das Militär hat die Sperrzone bis Montagmorgen 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) verhängt. Nach Informationen des israelischen Senders Channel 12 war der Beginn des „Marschs der Tausenden“ für Sonntag 17 Uhr Ortszeit (16 Uhr MESZ) angesetzt. Die verantwortliche Siedlerorganisation Nachala stellte ihn unter das Motto „Nach 21 Jahren nach Hause zurückkehren.“ Dies bezieht sich auf das Jahr 2005, als Israel im Zuge des sogenannten Abkopplungsplans alle 21 Siedlungen im Gazastreifen räumte und rund 9000 Siedler evakuierte.

Nachala und die Siedlungspolitik

Die radikale Siedlergruppe Nachala setzt sich unter anderem für die Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland und den Bau neuer, illegaler Außenposten ein. Nach internationalem Recht gelten diese Siedlungen und Außenposten als illegal.

Weitere Tote bei israelischen Angriffen

Währenddessen gehen die israelischen Angriffe im Gazastreifen weiter. Allein am Samstag sind dabei nach Behördenangaben elf Menschen getötet worden, darunter drei Kinder und ihre Eltern. Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz und Krankenhäuser nannten am Sonntag diese Opferzahl, zuvor waren zehn Tote gemeldet worden.

Die fünf Mitglieder einer Familie wurden den Angaben zufolge bei einem Luftangriff auf ihre Wohnung im Nordwesten der Stadt Gaza getötet. Ein weiteres Kind der Familie habe als einziges überlebt, weil es sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in der Wohnung befunden habe. Das Schifa-Krankenhaus bestätigte den Eingang der fünf Leichen.

Die israelische Armee erklärte, sie habe bei dem Angriff in der Stadt Gaza „einen Hamas-Terroristen ins Visier genommen“. Die Ergebnisse des Einsatzes würden noch geprüft. Ein Anwohner sagte, der Angriff sei ohne Vorwarnung erfolgt. „Plötzlich schlug eine Rakete in das Gebäude ein. Niemand wusste etwas, keine Warnung, nichts“, sagte Mussa al-Aimawi. Ein weiterer Bewohner berichtete von auf dem Boden liegenden Leichen, darunter Frauen und Kinder.

Drei weitere Menschen wurden nach Angaben des Zivilschutzes bei einem israelischen Luftangriff auf eine Gruppe von Zivilisten im Stadtteil Sejtun getötet. Das Schifa-Krankenhaus bestätigte auch den Eingang dieser Leichen. Einige Stunden später wurde den Zivilschutzangaben zufolge eine Frau bei israelischem Artilleriebeschuss auf ein Zelt für Vertriebene östlich von Sejtun getötet. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter die Tochter der Frau. Drei Menschen galten zunächst als vermisst. Das Ahli-Krankenhaus bestätigte den Tod der Frau und die Aufnahme mehrerer Verletzter.

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