Der britische Premierminister Keir Starmer wird auch nach seinem Rücktritt als Regierungschef sein Mandat im Unterhaus behalten. Ein Sprecher der Downing Street bestätigte dies britischen Medien zufolge gegenüber Reportern. Starmer ist derzeit Abgeordneter für den Londoner Wahlbezirk Holborn und St. Pancras.
Rücktritt nach monatelangem Druck
Der 63-Jährige hatte am Montag nach monatelangem Druck aus den eigenen Reihen seinen Rücktritt angekündigt. Als sicherer Nachfolger gilt der frühere Bürgermeister der Metropolregion Manchester, Andy Burnham. Dieser wurde am Montag kurz nach Starmers Rücktrittsrede im Parlament als Abgeordneter vereidigt. Burnham hatte in der vergangenen Woche die Nachwahl im Bezirk Makerfield nahe Manchester gewonnen und damit den Sprung ins Parlament geschafft.
Ablösung ohne aufwendiges Auswahlverfahren
Es ist jedoch unklar, ob sich Burnham einem aufwendigen Auswahlverfahren der Labour-Partei stellen muss. Sollte er der einzige Bewerber für den Labour-Vorsitz bleiben, wäre keine Wahl durch die Parteibasis notwendig. In diesem Fall könnte er noch im Juli von König Charles III. zum Premierminister ernannt werden.
Bei der Kabinettssitzung am Dienstag sagte Starmer nach Angaben der Downing Street zu seinen Ministern: „Dies ist das Ende meiner Reise, aber nicht das Ende eurer.“ Damit machte er deutlich, dass er die Regierungsarbeit seiner bisherigen Kollegen würdigt, auch wenn er selbst abtritt.
Auswirkungen auf die britische Politik
Starmers Verbleib im Parlament sichert ihm weiterhin Einfluss in der Labour-Partei, auch wenn er nicht mehr Premier ist. Beobachter werten dies als strategischen Schritt, um die politische Bühne nicht vollständig zu räumen. Die genauen Gründe für seinen Rücktritt bleiben offiziell ungenannt, doch der Druck aus der Partei war in den vergangenen Monaten stetig gestiegen.
Mit Burnham als wahrscheinlich neuem Premier würde ein erfahrener Kommunalpolitiker an die Spitze der Regierung rücken. Der 54-Jährige hat sich als Bürgermeister von Greater Manchester einen Namen gemacht und gilt als Vertreter des linken Labour-Flügels. Seine Vereidigung als Abgeordneter ebnet den Weg für eine rasche Machtübergabe.



