Taliban schicken vier Diplomaten nach Berlin für schnellere Abschiebungen
Taliban-Diplomaten in Berlin für schnellere Abschiebungen

Die Taliban entsenden vier weitere Diplomaten nach Berlin, um Abschiebungen von Straftätern und Gefährdern nach Afghanistan zu beschleunigen. Die Männer der Islamisten-Miliz sollen in der deutschen Hauptstadt unter anderem Pässe für Ausreisepflichtige ausstellen. Dies ist Teil eines Pakets, das bei Geheimverhandlungen zwischen Vertretern des Bundesinnenministeriums und der Taliban-Regierung in einem Hotel in Istanbul (Türkei) vereinbart wurde.

Hintergrund der Vereinbarung

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hatte in BILD am SONNTAG angekündigt, die Rückführungen per Charterflug massiv auszuweiten. Künftig soll es drei dieser Flüge monatlich geben. Im Gegenzug für ihre Kooperation bestanden die Islamisten offenbar darauf, mehr Personal nach Deutschland schicken zu dürfen. Laut NDR geht es der Führung in Kabul vor allem darum, die ausreisepflichtigen Vergewaltiger, Gefährder und Drogenhändler vor ihren Abschiebungen als afghanische Staatsbürger zu identifizieren und ihnen erst dann entsprechende Reisedokumente auszustellen.

Bereits zwei Taliban-Diplomaten in Deutschland

Mit den vier neuen Diplomaten erhöht das Extremisten-Regime die Zahl seiner Konsularbeamten in Deutschland auf sechs. Zwei Männer waren bereits Mitte 2025 ins Land gekommen und führen offenbar die afghanische Botschaft in Berlin und das Generalkonsulat in Bonn (NRW). Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, die Bundesregierung werde die von Kabul vorgeschlagenen Vertreter noch in Afghanistan genau überprüfen, bevor sie ihnen Visa erteile.

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Dobrindt plant dauerhafte „Abschiebeluftbrücke“

Die Taliban haben 2021 wieder die Macht am Hindukusch übernommen. Im August 2024 waren erstmals seit der Machtübernahme 28 männliche Straftäter mit Hilfe von Katar nach Kabul abgeschoben worden. Mit der Erhöhung auf die fast wöchentliche Taktung will das Innenministerium jetzt eine dauerhafte „Abschiebeluftbrücke“ etablieren. Es geht dabei um Schwerkriminelle und Gefährder, die in Deutschland im Gefängnis sitzen. Minister Dobrindt sagte: „Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss seine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein legitimes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen. Das wird konsequent durchgesetzt.“

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