In der Straße von Hormus ist ein Tanker von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden und in Brand geraten. Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, dass an Bord des Schiffes, das rund acht Seemeilen vor dem omanischen Küstenort Limah lag, ein Feuer ausgebrochen sei. Verletzt wurde niemand, so die Angaben der Besatzung.
Unklare Urheberschaft des Angriffs
Wer hinter dem Angriff steckt, blieb zunächst unklar. Das Portal „Axios“ berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, dass iranische Revolutionswächter mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert hätten. Einer der Beamten sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss stark beschädigt worden. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung blieb zunächst aus, und die Vorwürfe ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hintergrund: Eskalation und Rahmenabkommen
Erst vor gut einer Woche hatte ein ähnlicher Vorfall zu militärischen Angriffen der USA gegen Iran geführt. Dabei seien unter anderem Flugabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur angegriffen worden, wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom mitteilte. Die Straße von Hormus ist ein zentraler Punkt im Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran, das vor knapp drei Wochen geschlossen wurde. Die USA fordern freie Durchfahrt für alle Schiffe ohne Gebühren.
Erst am Donnerstag bekräftigte das iranische Militär erneut den Anspruch, dass die alleinige Kontrolle über die Straße von Hormus Iran gebühre. Alle Öltanker und Handelsschiffe seien verpflichtet, ausschließlich die von der Islamischen Republik festgelegte Route zu benutzen, hieß es in einer Erklärung der Militärführung, die iranische Medien verbreiteten. „Jede Missachtung dieser Vorgabe (...) wird mit einer unverzüglichen und entschlossenen Reaktion der Streitkräfte beantwortet“, hieß es weiter.
Nach Beginn der israelischen und amerikanischen Angriffe auf Iran im Februar brachte die iranische Seite mit Drohungen und Attacken den Schiffsverkehr in der Meerenge faktisch zum Erliegen. Die Wiedereröffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens, auf das sich Vertreter aus Washington und Teheran verständigt hatten.



