Trump zeigt sich auf Nato-Gipfel in Ankara „sehr verärgert“ über Bündnis
Trump auf Nato-Gipfel: „Sehr verärgert“ über Bündnis

US-Präsident Donald Trump hat beim Nato-Gipfel in Ankara seinen Unmut über das Verteidigungsbündnis deutlich gemacht. Vor Journalisten sagte Trump, er sei „sehr verärgert über die Nato“ und kritisierte insbesondere die europäischen Verbündeten für deren mangelnde Unterstützung während des Iran-Kriegs. „Italien hat uns abgewiesen, Deutschland hat uns abgewiesen, Frankreich hat uns abgewiesen“, erklärte Trump. Er stellte die Frage in den Raum, warum die USA Hunderte Milliarden Dollar ausgeben, während die Partner nicht für sie einstünden.

Trump droht Spanien mit Handelsabbruch

Im Streit um Spaniens Engagement in der Nato kündigte Trump an, alle Handelsbeziehungen mit dem EU-Lang „sofort“ abzubrechen. „Ich will nichts mit Spanien zu tun haben“, sagte er. Spanien sei ein „schrecklicher Nato-Partner“. Zudem bekräftigte Trump, dass er mit dem Iran nicht verhandeln wolle und nichts mehr mit Teheran zu tun haben wolle. Die Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts mit dem Iran sei „vorbei“, so der US-Präsident. Er bezeichnete die Iraner als „kranke Leute“.

Pompöser Empfang durch Erdoğan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfing Trump mit einem spektakulären Zeremoniell. Am Flughafen in Ankara wurde Trump persönlich begrüßt, später gab es eine zweite, pompöse Begrüßung am Präsidentenpalast. Eine hellblau gekleidete Reiterstaffel eskortierte Trumps Limousine, angeführt von Reitern mit türkischer und US-Flagge. Nach den Nationalhymnen ertönten Kanonenschüsse, eine Militärkapelle spielte und Kampfjets der Kunstflugstaffel der türkischen Luftwaffe erzeugten rote, weiße und blaue Wolken – die Farben der amerikanischen Flagge. Laut türkischen Medien war ein solcher Empfang für andere Gipfelgäste nicht vorgesehen.

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Nato-Generalsekretär Rutte versucht zu beschwichtigen

Nato-Generalsekretär Mark Rutte bemühte sich, die Wogen zu glätten. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump betonte Rutte: „Es gibt ein uneingeschränktes Bekenntnis der Vereinigten Staaten zur Nato.“ Er verwies auf das Interesse der USA an der Allianz, etwa um russische Atom-U-Boote vor der US-Küste zu verhindern. Trumps Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben der Partner bezeichnete Rutte als „vollkommen fair“. Die Mitgliedstaaten hatten am Dienstag Rüstungsgeschäfte im Wert von mindestens 50 Milliarden Dollar angekündigt, um ihre Bereitschaft zu höheren Ausgaben zu demonstrieren.

Ukraine-Krieg und Friedenslösung

Ein Hauptthema des Gipfels ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Trump äußerte die Ansicht, dass sowohl Russlands Präsident Wladimir Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Friedenslösung anstrebten. „Ich denke, sie beide wollen eine Abmachung treffen“, sagte Trump. Er bedauerte, dass es so lange gedauert habe, glaube aber, dass etwas dabei herauskommen werde.

Spannungen vor dem Gipfel

Laut CNN führten Trumps Drohungen gegen Grönland, das zu Dänemark gehört, vor dem Gipfel zu Spannungen. Trump nahm eigenen Angaben zufolge nur widerwillig teil. Bei einem Treffen mit Rutte im vergangenen Monat sagte Trump, er nehme nur teil, weil Erdoğan der Gastgeber sei, den er als Freund betrachte. Eine mit dem Vorgang vertraute Quelle erklärte, Trump sei vermittelt worden, dass ein Fernbleiben respektlos gegenüber Erdoğan wäre. Rutte hatte sich bei seinem Besuch im Weißen Haus bemüht, die Wogen zu glätten.

Erwartungen an den Gipfel

Regierungsvertreter äußerten die Befürchtung, dass der Gipfel angesichts von Trumps schlechter Laune nicht reibungslos verlaufen könnte. Die ehemalige Nato-Sprecherin Oana Lungescu sagte dem britischen „Guardian“, dass bereits das Ausbleiben von Wutausbrüchen Trumps als Indikator für einen positiv verlaufenden Gipfel gelte. Sie erwarte ein kurzes gemeinsames Abschlussdokument. Trump wird auf dem Gipfel unter anderem von Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Finanzminister Scott Bessent begleitet.

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