Die jüngsten ukrainischen Angriffe auf Ziele in Russland alarmieren offenbar nicht nur Moskau, sondern auch Donald Trump registriert die verstärkten Drohnenattacken in besonderer Weise: Laut Insidern, die die Financial Times zitiert, zeigte der US-Präsident sich beim G7-Gipfel vergangene Woche von den jüngsten Angriffen seitens der Ukraine „sehr beeindruckt und begeistert“ – ein bemerkenswertes Signal in einem Krieg, in dem Washingtons Kurs lange schwankte.
US-Präsident kündigt verschärfte Sanktionen an
Der US-Präsident kündigte im Zuge des Gipfels außerdem die Wiedereinführung ausgesetzter Öl-Sanktionen gegen Russland an und forderte Moskau auf, Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufzunehmen. Ein Kursschwenk, den bereits der russische Außenminister Sergej Lawrow öffentlich kommentierte: „Was die Vereinigten Staaten betrifft, so scheinen sie, nach ihren Handlungen zu urteilen, jeden Anspruch auf die Rolle eines objektiven Vermittlers aufzugeben“, sagte er am Dienstag in Moskau. Washington verfolge stattdessen jetzt einen Kurs, der darauf abziele, „den Sanktionsdruck auf Russland zu verstärken“.
Lawrow kritisiert europäische Unterstützung
Lawrow verurteilte zudem die militärische Unterstützung für Kyjiw durch die europäischen Verbündeten der Ukraine. Europa werde dadurch „erneut zu einer großen Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit“. Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf Ziele in Russland zuletzt verstärkt und vor allem Raffinerien, Ölpipelines und Treibstofflager ins Visier genommen.
Wichtigste Ölraffinerie Moskaus fällt monatelang aus
Die wichtigste Raffinerie für die russische Hauptstadtregion fällt nach ukrainischen Drohnenangriffen wahrscheinlich den Rest des Jahres aus. Die Anlage am südlichen Stadtrand von Moskau sei schwer beschädigt worden, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Nach einer Analyse des US-Unternehmens Energy Intelligence konnte die Ukraine mit ihren jüngsten Attacken ein Drittel der russischen Raffinerie-Kapazitäten lahmlegen. Mehrere Tankstellen in Russland mussten in diesem Monat Treibstoffrationierungen einführen. Treibstoffexporte sind bereits seit April verboten.
Strategische Angriffe auf Verkehrswege
Außerdem gab es immer wieder Angriffe auf strategisch wichtige Straßen und Bahnverbindungen. Anfang Juni war der Zugverkehr auf der Krim nach ukrainischen Attacken ganz ausgesetzt worden. Russland hatte die ukrainische Halbinsel im Jahr 2014 besetzt.



