Nato-Gipfel in Ankara: Trump bekennt sich zu Bündnis, kündigt neue Iran-Angriffe an
Trump bekennt sich zu Nato, kündigt neue Iran-Angriffe an

US-Präsident Donald Trump hat sich beim Nato-Gipfel in Ankara hinter verschlossenen Türen zum Militärbündnis bekannt. „Wir wollen bei euch bleiben“, sagte Trump laut einem mit den Gesprächen vertrauten Insider. Gleichzeitig kündigte er neue Angriffe auf den Iran an und sorgte mit einer Verwechslung von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Wladimir Putin für Aufsehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Nato-Generalsekretär Mark Rutte zeigten sich zum Abschluss des Gipfels zufrieden mit den Ergebnissen.

Trump: Neue Angriffe auf den Iran und Ende der Waffenruhe

Am Rande des Gipfels erklärte Trump das Friedensabkommen mit dem Iran für beendet und die bisherige Waffenruhe als nichtig. „Wir haben sie hart am gestrigen Abend getroffen. Heute werden wir sie auch hart treffen – das sollte ich wohl ankündigen“, sagte Trump vor einem Gespräch mit Selenskyj. Die neuen Angriffe, die Verteidigungsminister Hegseth zufolge stärker und intensiver ausfallen würden als die vorangegangenen, richteten sich gegen iranische Ziele. Trump bezeichnete das Regime als „böse und krank“.

Nato-Generalsekretär Rutte bezeichnete die US-Angriffe als „absolut notwendig“, betonte jedoch, dass der Iran außerhalb des Nato-Gebiets liege. Rutte und Trump lieferten sich einen kurzen Schlagabtausch, als Trump mangelnde Unterstützung der Verbündeten beklagte. Rutte entgegnete, dass 5.000 Flugzeuge zur Unterstützung der US-Offensive von europäischen Stützpunkten gestartet seien. Trump nannte Rutte daraufhin einen „großartigen Führer“.

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Merz: „Europäische Trittbrettfahrerei vorbei“

Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich in seiner Abschlusspressekonferenz zufrieden mit dem Gipfel. „Die Nato bleibt für uns alle ein einiger Vorteil“, sagte Merz. „Auch für die USA.“ Trump habe an allen Beratungen teilgenommen und aufmerksam zugehört. „Besser spät als nie“, so Merz. Er betonte, die europäische „Trittbrettfahrerei“ sei vorbei. „Wir machen die Nato stärker, wir machen sie aber auch in der Lastenverteilung fairer.“ Merz spielte damit auf die Bereitschaft der Europäer und Kanadas an, mehr Lasten zu übernehmen. Die Nato müsse europäischer werden, um transatlantisch zu bleiben.

Merz verwies auf die Rekordhöhe der deutschen Verteidigungsausgaben: Deutschland habe der Nato für das laufende Jahr 124,7 Milliarden Euro gemeldet. Zudem hob er den Auftrag des Kieler Marineschiffbauers TKMS hervor, bis zu zwölf U-Boote nach Nordamerika zu liefern – ein Geschäft, das Arbeitsplätze an der Ostseeküste sichert.

Trump verwechselt Selenskyj mit Putin

Während eines gemeinsamen Auftritts mit Selenskyj sorgte Trump für einen peinlichen Moment: Auf Selenskyj zeigend, fragte er die Journalisten, ob jemand eine Frage an Präsident Putin stellen wolle. Trump bemerkte seinen Fehler schnell, spielte ihn herunter und behauptete, er habe tatsächlich Putin gemeint. Selenskyj nahm den Fauxpas gelassen. Inhaltlich blieb Trump vage zum Ukraine-Krieg, sprach aber von großen Fortschritten und einem bevorstehenden Treffen.

Trump stellte der Ukraine zudem eine Lizenz für die Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen in Aussicht. „Das ist ziemlich cool“, sagte Trump. „Wir haben das Unternehmen noch nicht darüber informiert, aber das wird schon gut gehen.“

Rutte: Milliardenprojekt für Treibstoffversorgung und Entschärfung der Grönland-Spannungen

Nato-Generalsekretär Mark Rutte kündigte ein Milliardenprojekt zur Modernisierung der Treibstoffversorgung an. „Diese Investition in Höhe von 27 Milliarden Euro wird unsere bestehende Infrastruktur für die Lagerung und Verteilung von Treibstoff modernisieren und den Bau neuer Anlagen unterstützen, darunter Pipelines in Richtung des östlichen Teils des Bündnisses“, sagte Rutte. Zudem bemühte er sich, die Spannungen um Grönland zu entschärfen. Eine frühere Sicherheitsvereinbarung für die Arktis aus dem Januar habe weiterhin Bestand, versicherte Rutte. Diese umfasse auch Zusagen zum US-Raketenabwehrprogramm „Goldene Kuppel“.

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Milliardenschwere Rüstungsdeals und Ukraine-Hilfen

Die Nato-Staaten kündigten auf dem Gipfel neue Rüstungsverträge im Umfang von mehr als 50 Milliarden US-Dollar (43 Milliarden Euro) an. In der Abschlusserklärung verpflichteten sie sich zum Ausbau gemeinsamer Produktionskapazitäten. Für die Ukraine sagten die Verbündeten für dieses Jahr 70 Milliarden Euro an Militärhilfe zu, 2027 soll das Niveau mindestens gehalten werden.

Deutschland bot der Nato als Ersatz für US-Fähigkeiten in Europa Kampfschiffe und Flugzeuge an, darunter Fregatten vom Typ F125, Seefernaufklärer P-8 Poseidon, Eurofighter, Korvetten und Drohnen. Die Angebote betreffen die Verteidigungszonen Nordwest und Südost des Bündnisses.

Rutte und Merz betonen Trumps Engagement

Rutte zeigte sich sicher, dass die USA in der Nato bleiben. „Familien, die streiten, halten besser zusammen“, sagte er mit Blick auf Trumps Engagement. Merz hob die konstruktive Rolle Ruttes hervor: Er sei „der Beste zu seiner Zeit“. Merz fügte hinzu: „Meine Erwartungen an diesen Gipfel in Ankara sind wirklich mehr als erfüllt worden.“