Nach der millionenschweren Sanierung des Reflecting Pools in Washington D.C. hat US-Präsident Donald Trump mutmaßlichen Vandalen mit der vollen Härte des Gesetzes gedroht. Die für Washington zuständige Staatsanwältin Jeanine Pirro, die von Trump ins Amt gehoben wurde, erklärte im Sender Fox News: „Jeder, der bei Beschädigungen erwischt wird oder auch nur beim Versuch, muss mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen.“
Trump sieht Vandalismus hinter Algenplage
Der historische Reflecting Pool zwischen Lincoln Memorial und Washington Monument war kürzlich für rund 14,2 Millionen Dollar (etwa 12,4 Millionen Euro) renoviert worden. Statt des versprochenen patriotischen Blaus leuchtet das Becken nun algengrün, zudem blättert die neue Beschichtung ab. Trump machte dafür Vandalismus verantwortlich. Auf Truth Social schrieb er, mehrere Personen seien festgenommen worden; für die „sehr ernsthaften Straftaten“ sollten sie mehrere Jahre ins Gefängnis. In einem weiteren Beitrag hieß es: „Im Zusammenhang mit dem skandalösen Vandalismus an unserem wunderschönen Reflecting Pool wurden zahlreiche weitere Personen festgenommen.“
TV-Journalist im Visier des Präsidenten
Trump erwähnte unter anderem den TV-Journalisten Jonathan Karl von ABC News. Dieser habe „versucht, die Gummibeschichtung abzureißen“. Karls Sender äußerte sich nicht. Trump behauptete zudem, mehrere Personen hätten mit einer Klinge einen rund 76 Meter langen Riss in der Fassade verursacht und ätzende Chemikalien in den Pool gegossen. Belege für diese Vorwürfe lieferte er nicht.
Allerdings hatten zuvor zahlreiche Behördenmitarbeiter kanisterweise Chemikalien in das Becken gegossen, um die Algenblüte zu bekämpfen. Die Renovierung war ohne Ausschreibung vergeben worden – Trump argumentierte mit der Dringlichkeit der Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag am 4. Juli.
Festgenommener Olympiateilnehmer: „Ich bin ein neugieriger Bürger“
Bei einem der Festgenommenen handelt es sich um David Hearn, 67, aus Bethesda, Maryland. Der ehemalige olympische Kanurennsportler sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe nach einer Radtour an dem Pool angehalten und in das Becken gegriffen, um die sich ablösende Beschichtung zu fühlen. „Ich bin ein neugieriger Bürger.“ Er sei fast fünf Stunden festgehalten worden, bevor er am Freitagabend wieder freikam.
Millioneninvestition mit Schönheitsfehlern
Der Pool zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der US-Hauptstadt. Trump ließ die Anlage für rund 14,2 Millionen Dollar renovieren und versprach, die neue Beschichtung werde „100 Jahre halten“. Doch bereits wenige Tage nach der Fertigstellung färbte sich das Wasser grün, und die blaue Farbe blätterte ab. Die Washington Post berichtete, dass Arbeiter seit Tagen versuchen, die Algen zu beseitigen, sich aber nun auch mit abblätternder Farbe auseinandersetzen müssen.



