Die Notfallversorgung von Kindern nach der Schließung der Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow ist weiterhin ungeklärt. Nach Angaben von Gesundheitsminister René Wilke (SPD) wird derzeit ein Konzept zur zukünftigen Ausgestaltung der Versorgung vor Ort erarbeitet. Dies geschehe in Kooperation mit dem Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam, teilte Wilke in einer Antwort auf eine mündliche Anfrage der BSW-Fraktion mit.
Minister zeigt sich zuversichtlich
Am Mittwoch äußerte sich der Minister im Landtag jedoch zuversichtlich: „Die Versorgung in der Region ist sehr, sehr gut gesichert“, sagte Wilke. Es gebe Versorgungsmodelle für den Übergang. Die Schließung der Kinderklinik ist für Ende Juli 2026 vorgesehen.
BSW-Abgeordneter sieht Unklarheiten
Der BSW-Abgeordnete Andreas Kutsche kritisierte die mangelnde Transparenz. „Kurz vor der Schließung zum 1. August 2026 bleibt offen, ob und wie Kindernotfälle vor Ort künftig versorgt werden“, sagte Kutsche. „Eltern müssen wissen, wo ihre Kinder im Notfall schnell und kompetent behandelt werden.“
Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow hatte die Schließung für Ende Juli angekündigt. Der Träger, das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, begründet diesen Schritt mit der Krankenhausreform und einer notwendigen Spezialisierung. Angesichts einer Belegung von durchschnittlich drei Betten sei die Auslastung zu gering. Stattdessen sollen Orthopädie, Innere Medizin und Geriatrie ausgebaut werden.
Petition gegen Schließung
Die Entscheidung stößt auf Kritik von Eltern. Eine Mutter initiierte eine Petition gegen die Schließung, die mehr als 6.000 Unterschriften sammelte. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte sich bisher nicht klar zur Schließung positioniert. Er ist Mitglied im Kuratorium des Trägers, nach Angaben der Landesregierung jedoch als Privatperson. Daher beantwortete Minister Wilke im Landtag auch nicht die Frage, wie er über die Schließung abgestimmt habe. Er verwies darauf, dass sich solche Gremien in der Regel nicht mit dem operativen Geschäft befassten.
Hintergrund: Krankenhausreform
Die Krankenhausreform zielt darauf ab, Kosten zu senken und die Qualität der Versorgung zu erhöhen. Hinzu kommt die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, die ebenfalls Auswirkungen auf die Kliniken hat. Die Schließung der Kinderklinik in Ludwigsfelde ist ein Beispiel für die Konsequenzen dieser Reformen auf lokaler Ebene.



