WM-Skandal: Trump-Intervention bei Fifa – USA nach Balogun-Debakel ausgeschieden
Trump-Intervention bei Fifa: USA nach Balogun-Debakel raus

Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA hat einen ihrer größten Skandale erlebt: Nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit Fifa-Präsident Gianni Infantino wurde die Rote Karte gegen Stürmer Folarin Balogun aufgehoben. Das US-Team verlor daraufhin im Achtelfinale gegen Belgien mit 1:4 (1:2) und schied aus. Balogun blieb torlos. Infantino verfolgte die Partie live im Stadion in Seattle, wurde aber kaum auf den Videoleinwänden gezeigt.

Trumps Einmischung und die Folgen

Die Fifa hatte Baloguns Sperre ausgesetzt, nachdem Trump persönlich bei Infantino interveniert hatte. „Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht glaube, dass es ein Foul war“, sagte Trump. Medienberichten zufolge hatten US-Handelsminister Howard Lutnick und Andrew Giuliani mehrere Telefonkonferenzen organisiert, um die Sperre zu kippen. Trump selbst bestätigte das Gespräch mit Infantino und dankte der Fifa auf Truth Social: „Vielen Dank, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist.“

Infantino verteidigt Entscheidung

Fifa-Präsident Gianni Infantino betonte die Unabhängigkeit der Justizorgane: „So funktioniert das System der Fifa, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen.“ Die Sperre wurde für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt – falls Balogun erneut einen schweren Verstoß begeht, wird sie vollstreckt. Infantino verwies auf Artikel 27 des Disziplinarreglements. Schiedsrichter-Experte Lutz Wagner zeigte sich „geschockt“: „Durch diesen Eingriff ist ein Präzedenzfall geschaffen worden, der der Glaubwürdigkeit des Sports schadet.“

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Belgien protestiert vergeblich

Der belgische Fußballverband (RBFA) hatte gegen die Entscheidung protestiert. Die Fifa wertete die Anfrage als Berufung und erklärte diese für unzulässig. Belgiens Trainer Rudi Garcia sagte: „Wir verteidigen nicht Belgien, wir verteidigen den Fußball. Es klingt wie ein schlechter Scherz.“ Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger kritisierte: „Es darf nicht dazu kommen, dass Staaten eingreifen. Das geht nicht.“

Spielverlauf und Reaktionen

Vor 66.925 Zuschauern zeigte die US-Mannschaft ihren schwächsten Turnierauftritt. Belgien führte durch Tore von Charles De Ketelaere (9./33.), Hans Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (90.+3). Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Malik Tillman (31.) reichte nicht. Balogun, der zuvor drei Tore erzielt hatte, blieb ohne Treffer. Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp kommentierte den Vorgang als „verrückt“. Auch die UEFA zeigte sich „fassungslos“. Der Fall erinnert an die WM 1962, als der Brasilianer Garrincha trotz Roter Karte im Finale spielen durfte.

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