Trump wirbelt Nato-Gipfel durcheinander und lobt Deutschland
Trump wirbelt Nato-Gipfel durcheinander

Trump sorgt für Eklat beim Nato-Gipfel in Ankara

Der Nato-Gipfel in Ankara war als Harmonieveranstaltung geplant, doch US-Präsident Donald Trump sorgte gleich zu Beginn für Unruhe. Er äußerte sich enttäuscht über die Nato, weil die Verbündeten die USA im Irankrieg nicht unterstützt hätten. Zudem bekräftigte er seine Forderung, Grönland, das zum Königreich Dänemark gehört, solle Teil der Vereinigten Staaten werden. Zeitgleich bombardierten die USA den Iran heftig und erklärten den Waffenstillstand für beendet.

Europäer und Kanada zeigen mehr Verantwortung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte auf der Abschlusspressekonferenz: „Wir machen die Nato stärker, wir machen sie aber auch in der Lastenverteilung fairer.“ Nato-Generalsekretär Mark Rutte umschmeichelte Trump und hob hervor, dass die europäischen und kanadischen Rüstungsmilliarden 200.000 Jobs in den USA sicherten. Die Allianz veröffentlichte neue Zahlen, wonach fünf Mitgliedstaaten teils deutlich mehr als 3,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung ausgeben. Rutte betonte, dass die Europäer und Kanadier ihre Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr um 139 Milliarden Dollar erhöht hätten.

Rüstungsdeals und Differenzen

Am Rande des Gipfels wurden Abkommen mit einem Volumen von mehr als 50 Milliarden Dollar geschlossen. US-Unternehmen wie Lockheed Martin profitieren von neuen Aufträgen. Deutschland bemüht sich seit 2024 um den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern aus den USA, doch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte, die Gespräche liefen noch. Polens Präsident Karol Nawrocki lobte die USA als „echten Freund“ und wünschte sich eine permanente Stationierung der rund 10.000 US-Soldaten. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stellte klar: Grönland stehe „natürlich nicht zum Verkauf“.

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Trump setzt auf Deeskalation

In der Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs verzichtete Trump auf Kritik an Spanien und Grönland. Stattdessen lobte er Polen, Deutschland, die baltischen Staaten und Norwegen. Die Abschlusserklärung bekräftigt den Beistandspakt nach Artikel 5 und die Unterstützung für die Ukraine mit mindestens 140 Milliarden Euro. Nato-Generalsekretär Rutte kommentierte die Differenzen: „Eine Familie, in der manchmal gestritten werde, sei ihm lieber als eine Familie, die versuche, alle Probleme unter den Teppich zu kehren.“

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