Ukraine greift Russland mit über 450 Drohnen an: Feuer bei Moskau
Ukraine attackiert Russland mit über 450 Drohnen

Die ukrainische Armee hat nach russischen Angaben in der Nacht zum Dienstag massiv Ziele in Russland mit Drohnen angegriffen. Insgesamt seien 452 unbemannte Flugobjekte über 17 russischen Regionen abgefangen worden, teilte der Kreml mit. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin behauptete am Morgen in sozialen Medien, die meisten Drohnen seien von der Luftabwehr weit vor der Hauptstadt abgeschossen worden. „36 feindliche Drohnen wurden beim Anflug auf Moskau zerstört“, so Sobjanin.

Brände in Industrieanlagen und Raffinerien

Schäden meldete unter anderem die grenznahe Region Belgorod. Dort soll Medienberichten zufolge eine zu Gazprom gehörende Röhrenfabrik in Flammen aufgegangen sein. Auch im Industriegebiet Kaluga südwestlich von Moskau sei bei einem Drohnenangriff im Dserschinski-Bezirk ein Feuer ausgebrochen, erklärte Gouverneur Wladislaw Schapscha. Unbestätigten Berichten zufolge wurde die lokale Ölraffinerie Pervy Zavod getroffen.

Russische Vergeltungsschläge auf Kiew

Die Berichte über den Angriff kommen einen Tag, nachdem mehrere Hundert russische Drohnen auf Kiew niedergeprasselt waren. Mehr als 20 Menschen kamen ums Leben, 56 wurden verletzt. Zudem gab es schwere Schäden an rund einem Dutzend Wohngebäuden. Es war bereits der zweite schwere Angriff, nachdem am Donnerstag 31 Menschen in Kiew durch russische Geschosse getötet worden waren. Der Kreml bezeichnete dies als „Vergeltung“.

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Ukraine kämpft mit Luftabwehrlücken

Zwar gelingt es der Ukraine immer öfter, Ziele wie Öldepots und Raffinerien tief im russischen Hinterland zu treffen – und so die Treibstoffknappheit im Land zu verschlimmern. Doch weil es der Ukraine an geeigneter Flugabwehr fehlt, hat die russische „Vergeltung“ verheerende Folgen. Vor allem ballistische Raketen können kaum abgefangen werden. „Es gibt nicht genügend Abwehrmittel“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj und forderte erneut mehr Munition für die Patriot-Systeme.

Nato-Gipfel und Friedensbemühungen

Am Tag des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara ist der Ukraine-Krieg das brennendste geopolitische Thema – US-Medienberichten zufolge soll Präsident Donald Trump wieder ein Rahmenabkommen zwischen Kiew und Moskau anstreben. Seit dem Amtsantritt von Trump haben die USA immer wieder Gespräche initiiert, die abgesehen von Gefangenenaustauschen bislang aber ohne Erfolg blieben.

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