Kreml relativiert angeblichen Friedensdeal mit Trump
Der Kreml hat die Erwartungen an eine schnelle Friedenslösung im Ukraine-Krieg gedämpft. Präsident Wladimir Putin räumte am Sonntag ein, dass es bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr in Anchorage, Alaska, keine verbindliche Einigung gegeben habe. „Niemand hat etwas unterzeichnet, aber wir haben über bestimmte Möglichkeiten zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine gesprochen“, sagte Putin vor dem Kongress der Regierungspartei „Einiges Russland“. Zuvor hatte die russische Propaganda den sogenannten „Geist von Anchorage“ beschworen, wonach dort ein Geheimabkommen geschlossen worden sei. US-Außenminister Marco Rubio widersprach dieser Darstellung bereits: „Einen Vorschlag habe es gegeben, ja, aber keine Einigung, sonst wäre der Krieg schon vorbei.“
Putin stellt Krieg als Kampf gegen den Westen dar
Die Relativierung des angeblichen Deals passt laut Beobachtern in Putins aktuelles Narrativ, wonach Russland nicht nur gegen die Ukraine, sondern gegen den gesamten „kollektiven Westen“ kämpfe. Indem er die USA als unzuverlässigen Vermittler darstellt, lagert der Kreml rhetorisch die Verantwortung für den Krieg und seine Folgen aus. Ein „Geist“ könne schließlich schnell verfliegen, kommentierte die ukrainische Seite, die die angebliche Vereinbarung bereits für „tot“ erklärt hatte.
Fünf Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine
Unterdessen setzt Russland seine Angriffe auf die Ukraine fort. Bei Beschuss in der südöstlichen Stadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, wie der regionale Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Im Nordosten des Landes wurden drei weitere Tote gemeldet. Insgesamt starben so nach Angaben örtlicher Behörden mindestens fünf Menschen innerhalb eines Tages.
Russischer Druck auf Festungsgürtel bei Kostjantyniwka wächst
Parallel zu ukrainischen Erfolgen im russischen Hinterland geraten die Verteidigungslinien an der Front im Donbass zunehmend unter Druck. Russische Truppen rücken langsam auf Kostjantyniwka vor, einer wichtigen Bastion im östlichen „Festungsgürtel“ der Ukraine. Der Vorstoß verdeutlicht den anhaltenden Vorteil Moskaus bei der Truppenstärke. Ukrainische Soldaten berichten von intensiven Kämpfen, bei denen die Russen zunehmend auf Motorräder und Buggys setzen, um Schwachstellen in den ukrainischen Linien zu durchbrechen.
Stromausfälle in besetzten Gebieten
In den russisch besetzten Teilen der Südukraine gibt es nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden Stromausfälle. „Alle Kreise des Gebiets Cherson sind ganz oder teilweise ohne Strom“, schrieb der Chef der dortigen russischen Besatzungsverwaltung, Wladimir Saldo, auf Telegram. Die Ursache der Ausfälle blieb zunächst unklar.
Putin lehnt ukrainischen Vorschlag zu Langstreckenangriffen ab
Präsident Putin hat einen ukrainischen Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt. Russland werde stattdessen an seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin am späten Sonntagabend in einem Interview des russischen Staatsfernsehens. Dies unterstreicht die unveränderte Kriegszielsetzung Moskaus trotz internationaler Vermittlungsversuche.



