Ukraine: Russland meldet massiven Drohnenangriff – IAEA repariert AKW-Leitung
Ukraine: Russland meldet massiven Drohnenangriff

Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht einen massiven ukrainischen Drohnenangriff abgewehrt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, dass 660 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgefangen worden seien. Die Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Angriffe zu. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass bezeichnete dies als den heftigsten ukrainischen Drohnenangriff seit Jahresbeginn.

Schäden in der Region Tula

Der Gouverneur der südlich von Moskau gelegenen Region Tula, Dmitri Miljajew, berichtete auf Telegram von allein 157 über dem Gebiet abgewehrten Drohnen. Ihm zufolge wurden in Nowomoskowsk eine Hochspannungsleitung und ein Industriebetrieb beschädigt. Einsatzkräfte seien vor Ort, Details nannte er nicht. Außerdem sei im Kreis Schtschokino ein Wohnhaus beschädigt und eine Frau verletzt worden. In Nowomoskowsk liegt der Chemiebetrieb Asot, eines der größten Chemiewerke Russlands, das vor allem Dünger herstellt, aber auch Ammoniak und Salpetersäure produziert, die zur Sprengstoffherstellung genutzt werden können.

IAEA: Reparatur am AKW Saporischschja

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) meldete, dass eine wichtige Stromleitung am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja repariert worden sei. Die Reparatur erfolgte während einer vorübergehenden lokalen Feuerpause. Allerdings sei die Leitung noch nicht wieder in Betrieb genommen worden, da das angeschlossene Umspannwerk schwer beschädigt sei. Die Reparaturarbeiten dort dauerten an, ein baldiger Abschluss sei nicht zu erwarten, so die IAEA.

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Selenskyj billigt 40-tägige Offensive

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach Beratungen mit dem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele gebilligt. Ziel der Operation sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen, teilte Selenskyj auf Telegram mit. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Die Ukraine greift seit Monaten Objekte in Russland oder in den besetzten Gebieten an, mit Schwerpunkt auf der Ölindustrie.

Nato plant milliardenschwere Rüstungsaufträge

Die Nato will auf ihrem Gipfel im Juli in Ankara neue Rüstungsaufträge in zweistelliger Milliardenhöhe bekanntgeben. Dies kündigte Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einer Rede vor dem Atlantic Council in Washington an. Das Bündnis werde zudem seine Unterstützung für die Ukraine zusichern, sagte Rutte. An dem Treffen werde auch Präsident Selenskyj teilnehmen.

Weltbank-Hilfen für die Ukraine

Die Ukraine soll weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank erhalten. Das gab Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko bekannt. Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig geschlossen worden. Davon sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft, 1,04 Milliarden US-Dollar werden als Kredit für wirtschaftliche Entwicklung gewährt, garantiert durch Großbritannien und Japan. Angaben zum Auszahlungszeitpunkt wurden nicht gemacht.

Ukrainische Firma will Raketenabwehrsystem beschleunigen

Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will nach einer Übereinkunft mit dem deutschen Partner Hensoldt den Aufbau eines europäischen Raketenabwehrsystems beschleunigen. Erste Abfangraketen des Typs FP-7X sollten Ende des Jahres einsatzbereit sein, sagte Fire-Point-Mitgründer Denys Schtylierman der Nachrichtenagentur Reuters. Hensoldt soll das Hochleistungsradar TRML-4D liefern. Fire Point stehe zudem vor dem Abschluss weiterer Partnerschaften mit europäischen Rüstungsunternehmen.

EU-Hilfskredit: Erste Milliarden ausgezahlt

Die Ukraine hat die erste Zahlung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU erhalten. Rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen wurden ausgezahlt, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Ukraine Recovery Conference in Danzig sagte. In den kommenden Tagen solle auch der erste Teil von sechs Milliarden Euro für die Drohnenproduktion an Kiew fließen. „Das ist gelebte Solidarität“, sagte von der Leyen. Von den neuen EU-Finanzhilfen sind 60 Milliarden für Verteidigung vorgesehen, die Hälfte soll in diesem Jahr fließen.

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Lukaschenko ruft zu Verhandlungen auf

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko rief nach Spekulationen um eine Beteiligung seines Landes am russischen Angriffskrieg zu Gesprächen auf. Er habe eine Delegation des ukrainischen Präsidenten empfangen und diese davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen. „Unsere Position ist friedliebend“, sagte Lukaschenko. „Lasst uns verhandeln, Leute.“

Frankreich fängt Tanker der russischen Schattenflotte ab

Die französische Marine hat erneut einen Tanker der russischen Schattenflotte abgefangen, wie Präsident Emmanuel Macron mitteilte. Das Schiff sei vor der Küste Siziliens aufgebracht worden. „Wir werden nicht zulassen, dass die Schattenflotte Sanktionen umgeht und die russischen Kriegsanstrengungen finanziert“, schrieb Macron auf Instagram. Frankreich hat damit den fünften Tanker abgefangen, den es der Schattenflotte zurechnet. Russland bezeichnet solche Aktionen als illegal.

Weitere Entwicklungen

Die israelische Fluggesellschaft El Al setzte ihre Moskau-Flüge vorübergehend aus, wegen der Entwicklungen im Krieg. Die Ukraine attackierte erneut russische Öl-Anlagen, darunter ein Öllager in Krasnodar und zwei Raffinerien in Ufa. Russland meldete zudem Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen und bat Kasachstan offenbar um Benzinlieferungen wegen Engpässen infolge der Angriffe auf Raffinerien.