Das US-Militär hat den Tod eines weiteren Soldaten im Iran-Krieg gemeldet. Am Samstag kam ein US-Soldat im Nordirak ums Leben, als bei einer kontrollierten Sprengung nicht detonierter Kampfmittel einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ein Unfall geschah. Ein zweiter Soldat wurde verletzt und wird wegen einer leichten Verletzung medizinisch behandelt. Damit steigt die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten auf 17, wie das Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte.
USA verlegen weitere Kampfjets nach Nahost
Die USA verlegen inmitten des eskalierenden Iran-Kriegs Medienberichten zufolge mehr Kampfflugzeuge in den Nahen Osten. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass dies unter anderem Kampfjets vom Typ F-16 vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel betreffe. Zudem würden Kampfjets vom Typ F-35 von dem von den USA genutzten Stützpunkt RAF Lakenheath in Großbritannien verlegt. Auch Tankflugzeuge befinden sich demnach auf dem Weg in die Region. Die „New York Times“ berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass die Entscheidung dazu bereits getroffen worden war, bevor am Freitag laut dem US-Militär zum ersten Mal seit Monaten wieder zwei US-Soldaten durch iranischen Beschuss getötet wurden.
Demokraten kritisieren Trump scharf
Demokratische Mitglieder des US-Kongresses haben nach dem Tod zweier weiterer Soldaten scharfe Kritik an der Kriegsführung von Präsident Donald Trump im Iran geübt. Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Mark Warner, sagte dem Sender CBS News, es sei bemerkenswert, dass die USA nicht mehr Todesopfer zu beklagen hätten. „Wir haben buchstäblich Hunderte Schwerverletzte“, betonte er und verwies auf die 16 bislang im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten. Das passiere, „wenn man einen Krieg aus eigener Entscheidung beginnt“. Als stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses gehört er der sogenannten „Gang of Eight“ an. Er könne eindeutig sagen, dass „keine unmittelbare Bedrohung durch den Iran bestand“, warf Warner Trump vor, den Krieg ohne Plan begonnen zu haben. Bereits am Samstag hatten mehrere Demokraten mit Kritik reagiert. „Das ist der Preis für Präsident Trumps unnötigen Krieg“, schrieb Nikki Budzinski auf X. Ihr Parteikollege Herbert Conaway forderte Trump auf, den Krieg zu beenden: „Genug ist genug.“
Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat in einem Interview überraschend offen über Sicherheitslücken vor dem Krieg mit den USA und Israel gesprochen. Im Gespräch mit dem regierungstreuen Medienaktivisten Dschawad Mogoi schilderte er seine Erlebnisse des ersten Kriegstags am 28. Februar. Er erklärte, dass mehrere wichtige Entscheidungsgremien gleichzeitig tagten, als die Luftangriffe auf Teheran erfolgten. „Entscheidend ist meiner Ansicht nach, dass sie über diese Sitzungen informiert waren“, sagte der Minister mit Blick auf Israel und die USA. „Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die bestand und wahrscheinlich noch immer besteht.“ Araghtschi sagte, die Sicherheitslücke beschränke sich nicht nur auf Infiltration: „Manchmal betrifft sie auch die Beeinflussung der Ausrichtung von Entscheidungsprozessen.“
Iran meldet US-Angriff auf im Bau befindliches Atomkraftwerk
Der Iran hat einen Angriff auf ein im Bau befindliches Atomkraftwerk gemeldet. Die iranische Atomenergiebehörde verurteilte den Angriff im Südwesten Irans scharf, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Demnach griffen die USA mit mehreren Geschossen an. Der Druckwasserreaktor in der Provinz Chusestan sollte eine Leistung von 300 Megawatt haben und um 2030 fertiggestellt werden. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) prüft Berichte über den Angriff. Die Anlage befinde sich in einer sehr frühen Bauphase, und bei der letzten Inspektion habe sich kein nukleares Material darin befunden.
Israel und Jordanien fangen iranische Rakete ab
Die israelischen und jordanischen Streitkräfte haben eine iranische Rakete zerstört, die auf die jordanische Stadt Akaba am Roten Meer gerichtet war. Ein israelischer Militärsprecher teilte mit, die beiden Armeen hätten das Geschoss „gemeinsam abgefangen“. Die jordanische Armee gab bekannt, insgesamt drei iranische Raketen abgeschossen zu haben; eine vierte sei in einem Wüstengebiet niedergegangen. In Amman und anderen Landesteilen hatte es zuvor Luftalarm gegeben. Die US-Botschaft hatte mitgeteilt, der Hafen und Flughafen von Akaba seien wegen „glaubhafter Hinweise auf eine Bedrohung“ geräumt worden. Die jordanische Regierung dementierte eine Evakuierung.
Weitere Entwicklungen: Kuwait wehrt Angriffe ab, Libanesischer Soldat getötet
Das Militär in Kuwait meldete neue iranische Raketen- und Drohnenangriffe. Die Luftabwehr wehre „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab“, erklärte die Armee. Die iranischen Streitkräfte hatten zuvor erklärt, sie hätten US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Im südlichen Libanon wurde ein Soldat der libanesischen Armee bei der Explosion eines mutmaßlichen Sprengsatzes der Hisbollah getötet. Die israelische Armee teilte mit, der Sprengsatz sei „höchstwahrscheinlich“ von der Hisbollah gelegt worden. Der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi reist in der kommenden Woche nach Teheran, um Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit zu unterzeichnen. Das US-Außenministerium rief US-Bürger wegen der Spannungen weltweit zu erhöhter Vorsicht auf.



