USA bombardieren Iran erneut: Eskalation um Straße von Hormus droht
USA bombardieren Iran erneut: Eskalation um Straße von Hormus

Erneute US-Angriffe auf iranische Küstenziele

Die USA haben im Konflikt mit dem Iran um die strategisch wichtige Straße von Hormus in der zweiten Nacht in Folge massive Luftangriffe durchgeführt. Wie das US-Militär mitteilte, wurden rund 90 militärische Ziele entlang der iranischen Küste getroffen, darunter Luftabwehrsysteme, Küstenüberwachungsanlagen sowie Raketen- und Drohnenlager. Die Angriffe erfolgten als Vergeltung für iranische Attacken auf Handelsschiffe in der Meerenge, erklärte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er drohte dem Iran mit noch heftigeren Schlägen: „Sollte sich so etwas wiederholen, wird es noch viel schlimmer kommen!“ Das zuständige US-Regionalkommando Centcom bestätigte, dass die neue Angriffswelle in den frühen Morgenstunden abgeschlossen sei.

Iranische Gegenangriffe auf US-Stützpunkte

Die iranischen Revolutionsgarden – die Elitestreitmacht des Landes – reagierten umgehend mit Gegenangriffen. Nach eigenen Angaben beschossen sie erneut US-Militärbasen in den Golfstaaten Kuwait und Bahrain, die beide mit Washington verbündet sind. In Kuwait wehrte die Luftabwehr Raketen- und Drohnenangriffe ab, während in Bahrain erneut die Alarmsirenen heulten. Beide Länder beherbergen US-Basen, die nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt liegen. Irans Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf der Plattform X: „Amerika hat noch immer nicht begriffen, dass Einschüchterung und Wortbruch nicht mehr folgenlos bleiben. Wenn ihr zuschlagt, werdet ihr selbst getroffen.“ Laut dem regierungstreuen Sender Press TV forderte Teheran den UN-Sicherheitsrat zu sofortigem Handeln auf und warnte Washington vor den Konsequenzen.

Explosionen erschüttern mehrere iranische Regionen

Iranische Medien berichteten in der Nacht von Explosionen in mehreren Gebieten entlang der Küste. Betroffen waren unter anderem die Großstadt Bandar Abbas, die Hafenstadt Buschehr und die Insel Abu Musa im Persischen Golf. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete zudem Schäden an Gebäuden am Flughafen der Stadt Iranschahr. Auch eine Eisenbahnbrücke in der nordöstlichen Provinz Golestan wurde getroffen, wie der Staatssender Irib berichtete. Laut Press TV handelte es sich um den ersten US-Angriff in der Region seit dem Beginn der Waffenruhe im April. Die Revolutionsgarden bestätigten, dass eine weitere Brücke getroffen wurde.

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Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt

Der Konflikt eskaliert vor dem Hintergrund des Streits um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl, Gas und Dünger weltweit. Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) analysierte, der Iran sei bereit, einen umfassenden Konflikt mit den USA in Kauf zu nehmen, um seine Kontrolle über die Meerenge zu sichern. Die Wiederöffnung der Straße war ein zentrales Element des Rahmenabkommens, das Washington und Teheran Mitte Juni vereinbart hatten. Allerdings enthält der entsprechende Passus Interpretationsspielraum: Der Iran pocht darauf, laut Abkommen allein für die Verwaltung der Meerenge verantwortlich zu sein.

Mögliche mehrtägige oder mehrwöchige Auseinandersetzung

Nach Informationen des US-Nachrichtenportals „Axios“ bereitet sich das Weiße Haus auf eine möglicherweise mehrtägige oder sogar mehrwöchige militärische Auseinandersetzung mit dem Iran vor. Die Dauer und Intensität der Angriffe hänge von den nächsten Schritten Teherans ab, hieß es unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Sie könnten ein oder zwei Tage, eine Woche oder einen Monat andauern – je nachdem, ob der Iran seine Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus fortsetze. Trump behauptete hingegen, die Iraner wollten weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen“, sagte er auf dem Rückflug vom NATO-Gipfel nach Washington. Er sei sich aber nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien. Auf die Frage einer Journalistin, warum Irans Führung dann Handelsschiffe angreife, antwortete Trump: „Weil ... sie etwas verrückt sind.“

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Trump bezeichnet Irans Führung als „Abschaum“

Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Militär mehr als 80 Ziele im Iran attackiert. Trump stellte daraufhin am Rande des NATO-Gipfels in Ankara die Waffenruhe infrage und äußerte Zweifel an einer Fortsetzung der Verhandlungen. „Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum“, sagte er. Irans Außenminister Abbas Araghtschi konterte auf X: „Wir begegnen Obszönitäten nicht mit Obszönitäten, sondern mit Taten: furchtlos und mit großem Mut.“ Die Eskalation erfolgte während der Trauerfeiern für das getötete iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei, das nach mehr als vier Monaten heute im Imam-Resa-Heiligtum in Maschhad unter Ausschluss der Öffentlichkeit beerdigt werden soll. Nach seiner Tötung durch einen israelischen Luftangriff hatten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran geführt, bis im April eine Waffenruhe vereinbart wurde.

Iran fordert Ende der Drohungen für Verhandlungen

Außenminister Araghtschi stellte klar, dass es keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen geben werde, solange die Drohungen andauerten. Der Vermittlerstaat Pakistan hatte nach den US-Angriffen beide Konfliktparteien zu Zurückhaltung aufgerufen. Man fordere alle Seiten auf, ihren Verpflichtungen aus dem Rahmenabkommen nachzukommen, hieß es. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Nach den jüngsten Kämpfen ist jedoch unklar, ob dieser Zeitplan noch Bestand hat. Streitpunkte bleiben das iranische Atomprogramm, die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie Irans Unterstützung für militante Gruppen in der Region. Gut informierte Kreise in Islamabad wiesen Sorgen zurück, die Eskalation könne den Verhandlungsprozess gefährden. Eine nächste Runde sei wieder in Pakistan möglich, auch die katarische Hauptstadt Doha stehe im Gespräch.