Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine jüngste Angriffswelle gegen den Iran beendet. Dabei seien rund 90 Ziele angegriffen worden, teilte das Regionalkommando Centcom am Donnerstag mit. Es veröffentlichte Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die offenbar Angriffe auf eine Start- und Landebahn sowie Raketenabschussanlagen zeigen. „Die US-Streitkräfte bleiben wachsam, schlagkräftig und bereit, auf Anweisung des Oberbefehlshabers Einsätze auszuführen“, hieß es weiter.
Kuwait und Bahrain erneut unter Beschuss
Nach Beginn der neuen Angriffswelle geriet Kuwait laut örtlichen Armeeangaben in der zweiten Nacht in Folge unter Beschuss. Die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab, teilte die Armee auf X mit. Auch in Bahrain heulten die Sirenen erneut. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium mit. Bahrain hatte bereits am Donnerstagmorgen Raketenalarm ausgelöst und vor einem iranischen Angriff gewarnt. Ob es Schäden gab, war zunächst unklar.
Der Iran hatte bereits am Mittwoch Angriffe auf Bahrain und Kuwait gestartet, als Reaktion auf eine frühere US-Angriffswelle. Kuwait fing nach eigenen Angaben zwei ballistische Raketen und 13 Drohnen ab. Das Elektrizitätsministerium teilte mit, dass mehrere Stromleitungen durch Granatsplitter beschädigt wurden.
Berichte: USA bombardieren Eisenbahnbrücken im Iran
Medienberichten zufolge bombardierte das US-Militär in der Nacht auch eine Eisenbahnbrücke im Nordosten des Irans in der Provinz Golestan, wie der Staatssender Irib auf X berichtete. Der Journalist Barak Ravid schrieb unter Berufung auf einen US-Beamten, dass zwei Eisenbahnbrücken getroffen wurden. Es ist der erste Angriff in dieser Region seit Beginn der Waffenruhe im April.
Pakistan fordert Zurückhaltung
Der Vermittlerstaat Pakistan rief die USA und den Iran zur Zurückhaltung auf. „Ein erneuter Konflikt liegt in niemandes Interesse“, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Gut informierte Kreise in Islamabad wiesen Sorgen zurück, die Eskalation könne den Verhandlungsprozess gefährden. Eine nächste Runde sei wieder in Pakistan möglich, auch Doha sei im Gespräch. Es gebe „keine Alternative“ zu Dialog und Diplomatie, um Frieden zu erreichen.
Trump: Iran will weiterhin Abkommen
US-Präsident Donald Trump erklärte auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel, der Iran wolle weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen“, sagte Trump. Er sei sich aber nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien. Auf die Frage, warum der Iran Handelsschiffe angreife, antwortete Trump: „Weil ... sie etwas verrückt sind.“
Explosionen im Iran gemeldet
Örtliche Medien meldeten Explosionen in mehreren Gebieten entlang der Küste, darunter Bandar Abbas, Buschehr und die Insel Abu Musa. In Iranschahr wurden Gebäude am Flughafen getroffen, ein Feuerwehrmann getötet. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete zudem, dass acht Militärs bei US-Angriffen im Süden des Irans getötet wurden.
Trump droht mit noch heftigeren Angriffen
Trump kündigte auf Truth Social verstärkte Angriffe an. Die Attacken seien Vergeltung für vom Iran beschossene Schiffe. „Sollte sich so etwas wiederholen, wird es noch viel schlimmer kommen!“ Das US-Militär wolle die Fähigkeit Teherans einschränken, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu beeinträchtigen, teilte Centcom mit.
Auswirkungen auf Märkte und Diplomatie
Der Dax fiel am Mittwoch um mehr als zwei Prozent unter 25.000 Punkte, während der Ölpreis auf 78,50 Dollar pro Barrel stieg, ein Plus von sechs Prozent. Trump erklärte die Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts für hinfällig. „Es ist vorbei“, sagte er vor dem Nato-Gipfel in Ankara. Er werde aber zulassen, dass Gespräche fortgesetzt würden. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) betonte, der Iran müsse jetzt ernsthaft verhandeln und auf nukleare Bewaffnung verzichten.



