Die USA haben mit der Abschiebung von unerwünschten Migranten in den kleinen Pazifik-Inselstaat Palau begonnen. Dies teilte am Mittwoch das Büro von Palaus Präsidenten Surangel Whipps der Nachrichtenagentur AFP mit. Der erste aus den USA abgeschobene Migrant sei bereits Ende Mai eingetroffen. „Wir brachten ihn zu seiner vorübergehenden Unterkunft und halfen ihm, ein Telefon anzuschließen und sich einzurichten“, hieß es aus dem Präsidentenbüro.
Hintergrund des Migrationsabkommens
US-Präsident Donald Trump hat die Migrationspolitik seines Landes immens verschärft. Wenn Migranten nicht abgeschoben werden können, weil ihnen laut US-Gerichten in ihrer Heimat Folter oder Verfolgung drohen, sollen sie in Drittländer gebracht werden. Palau hatte im Dezember vergangenen Jahres ein millionenschweres Migrationsabkommen mit den USA geschlossen. Darin erklärte sich der kleine Inselstaat im Pazifik zur Aufnahme von insgesamt 75 Migranten bereit.
Gegenleistung und Details
Im Gegenzug sagten die USA Investitionen in Höhe von 7,5 Millionen Dollar (etwa 6,6 Milliarden Euro) zu. Palau liegt rund 800 Kilometer östlich der Philippinen und ist seit 1994 unabhängig. Mit rund 20.000 Einwohnern, die sich auf Hunderte von Vulkaninseln und Korallenatolle verteilen, gilt Palau gemessen an seiner Bevölkerungszahl als eines der kleinsten Länder der Welt.
Das Abkommen sieht vor, dass die USA die Kosten für Unterkunft und Integration der Migranten tragen. Die ersten Schritte seien bereits erfolgt, so Whipps. Die Zusammenarbeit mit den US-Behörden laufe reibungslos. Kritiker bemängeln jedoch, dass Palau nur begrenzte Ressourcen für die Aufnahme von Migranten habe.



