Diplomatischer Durchbruch: USA und Iran einigen sich auf Abkommen
Die USA und der Iran haben sich nach wochenlangen Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Pakistanis Ministerpräsident Shehbaz Sharif verkündete die Einigung auf der Plattform X und bestätigte, dass die offizielle Unterzeichnungszeremonie am Freitag in der Schweiz stattfinden soll. Auch US-Präsident Donald Trump erklärte das Abkommen für abgeschlossen. Die Sperrung der Straße von Hormus werde aufgehoben, ebenso die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf das Außenministerium in Teheran, dass die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen beginnen sollen. Sollte die Gegenseite gegen Vereinbarungen verstoßen, werde der Iran eigene Maßnahmen ergreifen.
Reaktionen aus Deutschland und Europa
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach auf der Plattform X von einem diplomatischen Durchbruch und gratulierte US-Präsident Donald Trump sowie der iranischen Seite. „Das kann den Weg zur Erholung der Weltwirtschaft und Stabilisierung der Region bahnen“, erklärte Merz. Nun gelte es, das Vereinbarte zielstrebig umzusetzen. Der britische Premierminister Keir Starmer forderte die Wiederherstellung der gebührenfreien Schifffahrt in der Straße von Hormus und betonte, dass der Iran niemals über eine Atomwaffe verfügen dürfe. Die Staats- und Regierungschefs der E4-Gruppe – Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien – stellten in einer gemeinsamen Erklärung in Aussicht, Sanktionen gegen die Islamische Republik aufzuheben, sollte Teheran klare und überprüfbare Schritte bei seinem Atomprogramm unternehmen. Die sofortige und bedingungslose Öffnung der Straße von Hormus sei unerlässlich.
UN und weitere Staaten begrüßen Einigung
Die Vereinten Nationen lobten die Einigung auf eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete den Schritt als entscheidend für die friedliche Beilegung des Konflikts. Auch Katar, Australien und Neuseeland schlossen sich dem positiven Echo an. Der katarische Ministerpräsident hoffe auf einen konstruktiven Geist bei den anstehenden Verhandlungen. Der australische Premierminister Anthony Albanese mahnte anhaltende Zurückhaltung und einen konstruktiven Dialog an, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
Iran: Rahmenabkommen finalisiert und Bedingungen genannt
Der iranische oberste Nationale Sicherheitsrat hat das Rahmenabkommen mit den USA unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei finalisiert. Der iranische Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi nannte vier wichtige Punkte für Teheran: die Aufhebung aller Sanktionen, das iranische Atomprogramm, den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung des Iran sowie die Einrichtung eines Überwachungsmechanismus. Zudem machte der Iran einen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon zur Bedingung für einen Verzicht auf Vergeltungsschläge.
Ölpreise fallen nach Einigung
Die Ölpreise sind infolge der Einigung deutlich gefallen. Der Preis für die Referenzsorte Brent fiel um knapp vier Prozent auf rund 84 US-Dollar je Barrel, der Preis für die US-Sorte WTI auf gut 81 Dollar. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte Teheran die Schifffahrt in der Straße von Hormus weitestgehend zum Erliegen gebracht, was die Energiepreise weltweit in die Höhe trieb.
Straße von Hormus: Minenräumung ab Freitag
Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus soll erst nach der formellen Unterzeichnung des Abkommens am Freitag geöffnet werden. Grund dafür sind nötige Arbeiten zur Minenräumung, wie US-Präsident Trump mitteilte. Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von einer Öffnung der Meerenge nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens am Freitag.
Europäer bereit für Mission in der Straße von Hormus
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien sind entschlossen, die Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu unterstützen. Das umfasse auch eine rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission zur Minenräumung, erklärten die Staats- und Regierungschefs in einer gemeinsamen Stellungnahme. Deutschland und andere europäische Partner hatten bereits vor der Ankündigung der Einigung ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert.
Trump droht bei Scheitern mit erneuten Angriffen
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit neuen militärischen Angriffen gedroht, falls kein endgültiges Atomabkommen zustande kommt. Alternativ würden die USA gegen eine Beteiligung von 20 Prozent an den Einnahmen der Region als „Wächter des Nahen Ostens“ auftreten, sagte Trump der Zeitung „New York Times“. Die von ihm erzielte Vereinbarung stelle sicher, dass die Straße von Hormus dauerhaft gebührenfrei bleibe.
Israelischer Angriff auf Beirut verzögert Unterzeichnung
Ein israelischer Angriff auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntagmorgen verzögerte die Unterzeichnung des Abkommens um einige Stunden, wie Trump dem Nachrichtenportal Axios mitteilte. Er zeigte sich unzufrieden mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und kritisierte den Angriff scharf. UN-Generalsekretär Guterres forderte alle Seiten zu größtmöglicher Zurückhaltung auf. Der iranische Sicherheitsrat drohte mit einer raschen Reaktion, während Präsident Peseschkian das Verhandlungsteam gegen Kritik verteidigte.



