US-Vizepräsident JD Vance hat den Watergate-Skandal relativiert und Richard Nixon gelobt. Bei einem Auftritt in der Richard Nixon Presidential Library in Kalifornien sagte Vance, die Affäre wäre heute „eine 12-Stunden-Nachricht“ und damit nach kurzer Zeit vergessen. „Die Vorstellung, dass das eine Präsidentschaft zu Fall brachte, ist verrückt“, so Vance. Der Skandal, bei dem 1972 Einbrecher in der Demokratischen Wahlkampfzentrale im Watergate-Hotel verhaftet wurden, führte 1974 zum Rücktritt von Präsident Nixon.
Vance sieht Parallelen zu Trump
Vance deutete an, dass Nixon Opfer eines „Deep State“ geworden sei – ähnlich wie Donald Trump, der seiner Ansicht nach zu Unrecht von Gruppen und Institutionen beschuldigt werde. Die Aussage spiegelt die veränderte Medienlandschaft und die Treue der Republikaner zu Trump wider. Trump selbst sagte 2016: „Ich könnte mich mitten auf die Fifth Avenue in New York stellen und jemanden erschießen, und ich würde keine Wähler verlieren.“
Historischer Kontext und Medienwandel
Watergate gilt als einer der größten Politskandale der USA. Nixon versuchte, die Affäre zu vertuschen, trat aber zurück, nachdem selbst Senatoren seiner Partei ihn fallen ließen. Vances Aussage impliziert, dass die Öffentlichkeit durch viele Skandale abgestumpft sei und die Republikaner Trump heute die Treue halten würden. Auch der Medienberater Nixons, Roger Ailes, gründete später Fox News, um eine Berichterstattung zu verhindern, die Präsidenten zur Rechenschaft zieht – so die Autorin Sarah Kendzior.
Vance vergleicht sich mit Nixon
Vance zog auch Parallelen zu sich selbst: „Ein junger Senator, Vizepräsident, schreibt ein paar Bestseller, wird von den Medien gehasst – das klingt irgendwie nach JD Vance.“ Er betonte, Nixon schon immer gemocht zu haben. Zudem sah Vance Ähnlichkeiten zwischen Nixons Vietnam-Abzug und den aktuellen US-Friedensverhandlungen mit dem Iran, an denen er beteiligt ist. Beide seien aus einer „Position der Stärke“ erfolgt – eine historisch umstrittene Behauptung.



