WM-Aus für Iran: Fußball zweitrangig, Politik im Fokus
WM-Aus für Iran: Politik überschattet Fußball

Die iranische Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft 2026 ausgeschieden – trotz einer bemerkenswerten Bilanz von drei Spielen ohne Niederlage. Mit Fußball hatte das jedoch wenig zu tun. Schlagzeilen machte das Team vor allem durch die besonderen politischen Umstände und die tiefe Zerrissenheit seiner Fans. Dies berichtet Jonas Leppin aus Los Angeles.

Sportlich ungeschlagen, dennoch ausgeschieden

Iran beendete die Gruppenphase als unglücklicher Gruppendritter. Obwohl die Mannschaft kein Spiel verlor, reichte es nicht für den Einzug ins Achtelfinale. Die sportliche Leistung trat jedoch in den Hintergrund angesichts der politischen Dimension, die das Turnier für die iranische Delegation und die Diaspora hatte.

Bereits vor dem Turnier war die Stimmung angespannt. Die politische Führung in Teheran versuchte, die Mannschaft als Symbol nationaler Einheit zu instrumentalisieren. Gleichzeitig nutzten viele iranische Fans die WM-Bühne, um gegen das Regime zu protestieren. So kam es zu Szenen, in denen iranische Spieler während der Nationalhymne schwiegen oder von Fans ausgebuht wurden.

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Die Zerrissenheit der iranischen Community

Besonders deutlich wurde der Konflikt in den Stadien und vor den Bildschirmen. Während einige Iraner die Mannschaft bedingungslos unterstützten, sahen andere in ihr ein Werkzeug der Unterdrückung. „Es war eine schwierige Situation für alle Beteiligten“, zitiert Leppin einen nicht genannten Spieler. „Wir wollten einfach Fußball spielen, aber die Politik ließ uns nicht los.“

Die iranische Mannschaft selbst versuchte, einen neutralen Kurs zu halten. Einige Spieler, darunter Abwehrspieler Ramin Rezaeian, zeigten sich betroffen von den Protesten im Land. Rezaeian, der nach dem Ausscheiden als Symbolfigur der gespaltenen Identität galt, sagte: „Wir haben für unser Land gespielt, aber wir wissen, dass viele Menschen zu Hause leiden.“

Politische Begleitumstände überschatten Sport

Die WM in den USA wurde für Iran zu einer Bühne der politischen Auseinandersetzung. Bereits bei den vorherigen Turnieren gab es ähnliche Spannungen, doch 2026 erreichten sie einen neuen Höhepunkt. Die iranische Regierung verbot öffentliche Public-Viewing-Events im Land, aus Angst vor Protesten. Dennoch verfolgten Millionen Iraner die Spiele im Privaten.

International sorgte das Verhalten der iranischen Fans für Aufsehen. In Los Angeles, wo viele Exil-Iraner leben, kam es zu spontanen Demonstrationen. „Die WM hat gezeigt, wie tief die Spaltung in der iranischen Gesellschaft ist“, kommentierte ein Politikwissenschaftler der University of California.

Fazit: Ein Turnier der Gegensätze

Für die iranische Mannschaft endet die WM 2026 mit einem sportlichen Achtungserfolg, aber auch mit einer politischen Hypothek. Die Spieler kehren in ein Land zurück, das von Unruhen erschüttert wird. Ob der Fußball jemals wieder im Mittelpunkt stehen kann, bleibt fraglich. Die nächste Qualifikation für die WM 2030 wird zeigen, ob Iran einen Weg findet, Sport und Politik zu trennen.

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