WM ohne Trump: US-Präsident meidet bislang die Stadien
WM ohne Trump: US-Präsident meidet bislang die Stadien

Trump bleibt der WM fern: Kein Stadionbesuch bisher

Die befürchtete Donald-Trump-Show bei den Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA ist bislang ausgeblieben. Der US-Präsident, der das Turnier nach der Vergabe als sein ganz persönliches Großereignis verkaufte, hat noch kein einziges Spiel im Stadion verfolgt. Dabei sollte er am 19. Juli den Pokal überreichen – doch bis dahin ist es eine WM ohne Donald Trump.

Trumps Verhältnis zum Fußball: wenig Kenntnisse, große Ansprüche

Als Trump im vergangenen Jahr im Weißen Haus eine Taskforce für die WM etablierte, freute er sich über ein weiteres „großes Ereignis“ während seiner Präsidentschaft. Mit Fußballkenntnissen glänzte er dabei jedoch nicht. An FIFA-Präsident Gianni Infantino gewandt fragte er: „Welche Mannschaft gilt derzeit als Favorit? Falls es so etwas überhaupt gibt …“ Infantino nannte daraufhin zunächst Favoriten für die Club-WM, dann für die WM: Argentinien, Brasilien, England, Deutschland und Spanien. Dass Infantino den USA erst auf Nachhaken eines Reporters Chancen einräumte, schien Trump nicht zu stören. Auf die Frage, ob er sich Spiele ansehen werde, sagte er: „Ich würde auf jeden Fall gerne zu mehr als einem gehen.“ Mehr als ein Jahr später titelte das Portal „Politico“: „Wie lange kann Donald Trump der Fußball-WM noch fernbleiben?“

Mögliche Gründe für Trumps Fernbleiben: Terminkalender und politische Landschaft

Der US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen etliche Termine, die für die Weltpolitik bedeutender sind als eine Fußball-WM. Kurz nach dem Eröffnungsspiel der US-Amerikaner gegen Paraguay (4:1) in Inglewood bei Los Angeles am 12. Juni tagten die G7-Mächte in Frankreich, zudem fielen die Verhandlungen mit dem Iran in diese Zeit. Allerdings hielten Trump weder Gipfel noch Krieg davon ab, zu seinem 80. Geburtstag einen professionellen Käfigkampf vor dem Weißen Haus zu veranstalten – am Wochenende nach der US-Partie. Hier stand er im Zentrum der Aufmerksamkeit.

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Bislang war Trump mit der WM nur in geschützten Räumen in Berührung gekommen: im Weißen Haus, als Infantino medienwirksam zu Besuch war, oder bei der Auslosung in Washington, als Trump von Infantino den FIFA-Friedenspreis entgegennahm. Nach der Partie in Kalifornien spielten die US-Boys in Seattle gegen Australien (2:0) und erneut in Inglewood gegen die Türkei (2:3). Beide Städte sind klar demokratisch geprägt. Als ranghöchstes Regierungsmitglied verfolgte Außenminister Marco Rubio die erste Partie – dem Sender Fox zufolge in derselben Loge wie der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. war beim 2:0 gegen Australien in Seattle – und wurde ausgepfiffen.

Strategie: Fokus auf das Finale

„Es geht ihm um das Hauptereignis – das WM-Finale. Denn dort sind die höchsten Einschaltquoten zu erwarten“, sagte der Politikstratege Federico de Jesus der BBC. Er verwies darauf, dass Trump den Super Bowl im vergangenen Jahr in New Orleans verfolgt habe, zuvor aber kein Spiel der regulären NFL-Saison. Kurz vor der WM war er bei einem NBA-Finalspiel der New York Knicks. Fußball hat es in den USA schwer gegen Football, Basketball, Eishockey und Baseball.

Dass die Pokalübergabe politisch als Schaubühne genutzt wird, ist nicht ungewöhnlich. Bei der WM 2022 in Katar war Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani auf dem Rasen und ehrte das argentinische Weltmeisterteam. Trump hat schon Erfahrung: Bei der Club-WM im vergangenen Jahr ehrten Infantino und Trump gemeinsam das Siegerteam des FC Chelsea. Anschließend sorgte Trump für Verwunderung, weil er entgegen der Tradition für das Siegerfoto auf dem Podium stehen blieb. Infantino wies ihm freundlich, aber bestimmt den Weg von der Bühne.

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