Rentenkommission übergibt Reformvorschläge
Am Dienstag übergeben die Mitglieder der Rentenkommission Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) ihre 33 Reformvorschläge. Besonders weitreichende Folgen dürfte Vorschlag Nummer 28 haben: Deutschland soll eine verpflichtende gesetzliche Kapitalrente nach schwedischem Modell erhalten.
Was ist die Kapitalrente?
Die Kapitalrente funktioniert ähnlich wie die schwedische Premiepension. Ein Teil der Rentenbeiträge wird in Aktienfonds investiert, statt im Umlageverfahren direkt an die heutigen Rentner ausgezahlt zu werden. Das angesparte Kapital wird bei Renteneintritt in eine lebenslange Rente umgewandelt. In Schweden existiert dieses System bereits seit Jahren und gilt als erfolgreich.
Risiken der Kapitalrente
Fachleute sehen jedoch auch Risiken. „Selbst bei einem Totalausfall wären nicht alle Renten weg“, betont ein Experte. Allerdings könnten starke Kursschwankungen die Rentenhöhe beeinflussen. Kritiker warnen vor zu hohen Erwartungen an die Rendite und verweisen auf die Notwendigkeit eines stabilen Sicherungsmechanismus. Die Kommission schlägt daher vor, die Kapitalrente als Ergänzung zur gesetzlichen Rente einzuführen, nicht als Ersatz.
Zukunftsfähigkeit der Rente
Ob die Kapitalrente die deutsche Rente zukunftsfest machen kann, ist umstritten. Befürworter argumentieren, dass die Kapitalmärkte langfristig höhere Renditen bieten als das Umlageverfahren. Gegner verweisen auf die Abhängigkeit von der Börsenentwicklung und die Gefahr von Verlusten für die Beitragszahler. Die Kommission empfiehlt eine schrittweise Einführung mit einer Übergangsphase von mehreren Jahren.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
Bundeskanzler Merz zeigte sich offen für den Vorschlag, betonte aber die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Debatte. Arbeitsministerin Bas mahnte zur Vorsicht und forderte eine genaue Prüfung der Risiken. Die Gewerkschaften lehnen die Kapitalrente bisher ab, während die Arbeitgeberverbände sie als wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Rentenfinanzen begrüßen.



