Merz und das WM-Aus: Chronik eines verunglückten Kanzler-Tweets
Merz und das WM-Aus: Chronik eines verunglückten Tweets

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit einer nächtlichen Reaktion auf das deutsche WM-Aus für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Sein Tweet „Wir sind stolz auf euch“ wurde von vielen als unangemessen und realitätsfern empfunden. Die Regierung spricht inzwischen von einer Kommunikationspanne.

Der verunglückte Tweet

Nach der 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen England im Achtelfinale der WM 2026 postete Merz um 23:47 Uhr auf X (ehemals Twitter): „Wir sind stolz auf euch. Ihr habt ein starkes Turnier gespielt.“ Der Tweet stieß auf breite Ablehnung. Innerhalb weniger Stunden sammelte er über 50.000 Kommentare, die meisten davon negativ. Nutzer warfen dem Kanzler vor, die sportliche Blamage zu verharmlosen und die Enttäuschung der Fans zu ignorieren.

Reaktionen aus Politik und Öffentlichkeit

Oppositionspolitiker reagierten umgehend. Die Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, schrieb auf X: „Stolz? Nach einem solchen Auftritt? Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Fußballfans.“ Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner kritisierte: „Der Kanzler sollte lieber die Probleme im Land lösen, anstatt sich mit unpassenden Tweets zu profilieren.“ In den sozialen Medien verbreiteten sich Memes und Spottbilder rasant. Der Hashtag #MerzWM wurde zeitweise zum Trend.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Regierung räumt Panne ein

Am folgenden Vormittag räumte Regierungssprecher Steffen Hebestreit ein: „Der Tweet war ein Fehler. Es handelte sich um eine Kommunikationspanne. Die Botschaft war nicht abgestimmt.“ Auf Nachfrage präzisierte er: „Der Kanzler wollte den Spielern Mut zusprechen, aber die Formulierung war unglücklich. Wir bedauern die Verwirrung.“ Medienberichten zufolge war der Tweet von einem Referenten verfasst und ohne Rücksprache mit dem Kanzleramt abgesetzt worden. Merz selbst äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Hintergrund: Die WM-Blamage

Die deutsche Nationalmannschaft war als Mitfavorit ins Turnier gestartet, scheiterte aber bereits im Achtelfinale. Nach einer schwachen Gruppenphase mit nur einem Sieg gegen Katar (2:1) und zwei Unentschieden gegen Mexiko (1:1) und die Niederlande (0:0) war das Aus gegen England (0:2) die logische Konsequenz. Trainer Julian Nagelsmann kündigte nach dem Spiel seinen Rücktritt an. „Die Mannschaft hat alles gegeben, aber es hat nicht gereicht. Ich übernehme die Verantwortung“, sagte er in der Pressekonferenz.

Auswirkungen auf Merz’ Ansehen

Die Affäre um den Tweet könnte Merz’ ohnehin angeschlagenes Image weiter beschädigen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sind nur 32 Prozent der Deutschen mit seiner Arbeit zufrieden – ein Tiefstand. Politikexperte Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte von der Universität Duisburg-Essen kommentierte: „Dieser Tweet zeigt eine erschreckende Realitätsferne. Der Kanzler scheint den Puls der Bevölkerung nicht zu spüren. Das könnte ihn in den kommenden Wochen noch teuer zu stehen kommen.“ Ob der Tweet langfristige politische Konsequenzen haben wird, bleibt abzuwarten. Die Opposition fordert bereits eine Entschuldigung im Bundestag.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration